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Noch sind Rentner in Deutschland gut versorgt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.02.2015

Bezüglich des Wohlergehens von Rentnern befindet sich Deutschland international unter den Top 10. Allerdings könnte es in Zukunft schwierig werden, diesen Spitzenplatz zu halten – es droht eine Versorgungslücke. Im Süden Europas sieht es düster aus: Rentnern in Spanien und Griechenland geht es finanziell ähnlich schlecht wie Senioren in Entwicklungsländern.

Trotz zunehmender Altersarmut geht es Rentnern in Deutschland im Vergleich zu ihren Altersgenossen im Ausland sowohl gesundheitlich als auch finanziell gut. Wie die „Welt“ berichtet, belegt Deutschland im internationalen Vergleich zur Lebensqualität von Rentnern in 150 Ländern von Natixis Global Asset Management den neunten Platz.

Lebensqualität von Rentnern
Platz Land Gesundheit Finanzen Gesamtwert
1 Schweiz 83 70 82
2 Norwegen 84 63 80
3 Australien 81 73 77
4 Island 81 63 77
5 Niederlande 84 62 77
6 Schweden 81 64 77
7 Dänemark 82 59 77
8 Österreich 88 53 76
9 Deutschland 87 59 76
10 Neuseeland 78 70 75
11 Luxemburg 84 58 75
12 Kanada 76 68 74
13 Finnland 81 55 74
14 Südkorea 75 69 73
15 Tsch. Republik 81 61 73
16 Belgien 82 58 72
17 Japan 84 57 71
18 Frankreich 86 57 71
19 USA 80 65 71
20 Slowenien 78 57 71

Rentner in Griechenland und Spanien: „Finanzielle Situation wie in Entwicklungsländern“

Deutschland war im Vorjahr zwar noch auf dem achten Platz des Global Retirement Index, dennoch sind Rentner hierzulande gut versorgt. Generell geht es der Untersuchung zufolge Ruheständlern vor allem in Nord- und Mitteleuropa besonders gut. Weiter südlich ist die Situation weit weniger rosig: Griechische Rentner haben seit Beginn der Krise Rentenkürzungen von 25 Prozent zu beklagen. Was das materielle Wohlergehen betrifft, befindet sich Griechenland mit einem Wert von 37 Punkten nun unter den Letzten 30 von 150 Nationen. Noch härter trifft es Senioren in Spanien, sie erreichen beim materiellen Wohlergehen sogar nur 36 Punkte. Damit befinden sich beide Länder auf einem Niveau, das sonst nur in Entwicklungsländern üblich ist. Zum Vergleich: Für die Bundesrepublik liegt der Wert bei 59 Punkten, beim Spitzenreiter Schweiz sind es 70 Punkte.

Versorgungslücke droht auch in der Bundesrepublik

Neben der finanziellen Situation erfasst der Index auch die soziale Absicherung und die Qualität des Gesundheitswesens. Hier erreicht die Bundesrepublik derzeit noch Spitzenwerte. Für zukünftige Rentner dürfte es allerdings schwerer werden, diesen Standard zu halten. Dass das Niveau der gesetzlichen Rente bis zum Jahr 2030 schrittweise auf 43 Prozent des letzten Nettoeinkommens abgesenkt werden soll, ist schließlich bereits beschlossen. Jörg Knaf, Geschäftsführer von Natixis Global Asset Management im deutschsprachigen Raum, hält weitere Einschränkungen bei der gesetzlichen Rente für möglich: „Der Abwärtstrend, den wir seit vielen Jahren beobachten, deutet darauf hin, dass das staatliche Rentensystem in Deutschland weiter geschwächt wird“, erklärt er. Ohne umfassende private Vorsorge werden sich die Rentner der Zukunft im Alter also wohl mit einer eklatanten Versorgungslücke konfrontiert sehen.

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