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Nur noch wenig Vertrauen in die gesetzliche Rente

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.03.2016

Nur noch jeder fünfte Arbeitnehmer unter 35 Jahren glaubt, im Alter durch die gesetzliche Rente ausreichend versorgt zu sein. Gleichzeitig wäre vor allem diese Altersgruppe durchaus zu höheren Beiträgen bereit. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag der IG Metall.

Das Vertrauen in die gesetzliche Rente schwindet zunehmend. Eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag der IG Metall zeigt, dass nur noch gut ein Drittel der Bundesbürger glaubt, im Alter gut von den gesetzlichen Rentenzahlungen leben zu können. Vor allem junge Deutsche zwischen 18 und 34 setzen wenig Hoffnung in das deutsche Rentensystem in seiner derzeitigen Form.

Grundsätzliche Infragestellung des Rentensystems

In dieser Altersgruppe äußerten nur 22 Prozent die Erwartung, später von der gesetzlichen Rente gut leben zu können. Ihnen gegenüber stehen knapp drei Viertel ihrer Altersgenossen, die nicht davon ausgehen, dass ihre gesetzliche Rente im Alter reichen wird. Dieser Trend zum schwindenden Vertrauen in die gesetzliche Rente ist nicht neu. Bemerkenswert ist jedoch, dass die Mehrheit der Befragten sich nicht nur um die eigenen Altersbezüge sorgt, sondern das Rentensystem grundsätzlich in Frage stellt – mit überraschenden Konsequenzen.

Jüngere zu höheren Rentenversicherungsbeiträgen bereit

Während die Politik vielfach argumentiert, dass es ungerecht sei, wenn jüngere Arbeitnehmer steigende Rentenbeiträge tragen müssten, um die Bezüge der wachsenden Gruppe der Rentner zu sichern, wären diese in vielen Fällen sogar zu höheren Rentenbeitragszahlungen bereit. Bedingung ist allerdings, dass sie selbst im Alter auch von einer höheren gesetzlichen Rente profitieren. Wäre dies gegeben, wären 72 Prozent der 18- bis 34-Jährigen mit höheren Beiträgen einverstanden. Diese Erkenntnis nahm IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban zum Anlass, Leistungsverbesserungen für die gesetzliche Rente zu fordern. „Die Botschaft der Jungen lautet: Wir sind bereit, den dafür notwendigen Beitrag zu leisten, wenn wir im Gegenzug wieder auf eine gute Rente vertrauen können“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

IG Metall fordert gesetzliche Rente auch für Beamte und Selbstständige

Den Ausbau der privaten kapitalgedeckten Vorsorge hält die IG Metall hingegen für den falschen Weg. Maßnahmen wie die aktuell diskutierte „Deutschland-Rente“ sind nach Ansicht der Gewerkschaft ungeeignet, um das Vertrauen in das Rentensystem zu stärken.

Daneben sieht die IG Metall ihre Forderung nach der Umwandlung der gesetzlichen Rentenversicherung in eine sogenannte „Erwerbstätigenversicherung“ durch die Studienergebnisse gestützt. Fast 80 Prozent befürworten den Vorschlag, auch Selbstständige und Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung aufzunehmen.

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