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Nur reines Arbeitszimmer steuerlich absetzbar

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.02.2016

Ein Arbeitszimmer kann nur unter bestimmten Bedingungen steuerlich geltend gemacht werden. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden und damit die bisherigen Regelungen bestätigt. Ausschlaggebendes Kriterium bei dem Urteil war der Umfang der Nutzung: Das Arbeitszimmer muss fast ausschließlich beruflichen Zwecken dienen.

Ein Arbeitszimmer ist nur dann steuerlich absetzbar, wenn es sich um einen abgetrennten Raum handelt, der fast ausschließlich zu beruflichen Zwecken genutzt wird. Das hat der Bundesfinanzhof aktuell entschieden und damit die bisherige Rechtslage bestätigt. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, hat das höchste deutsche Steuergericht damit den Fall eines Mannes abschließend geklärt, der das Arbeitszimmer in seinem Einfamilienhaus teilweise privat nutzte und teilweise zur Verwaltung seiner vermieteten Immobilien. Damit fiel nun das Urteil in letzter Instanz, nachdem vorher Finanzamt und Finanzgericht sich widersprechende Entscheidungen getroffen hatten.

Arbeitszimmer muss strenge Regeln erfüllen

Mit der Entscheidung, die der Bundesfinanzhof getroffen hat, bleibt für die Steuerzahler alles beim Alten: Auch weiterhin können Sie ein Arbeitszimmer in ihrer Wohnung nur dann steuerlich absetzen, wenn Sie es nahezu ausschließlich zu beruflichen Zwecken nutzen. Ein Gästezimmer mit Schreibtisch ist damit ebenso wenig absetzbar wie eine Arbeitsecke im Wohnzimmer.

Der Bundesfinanzhof entschied gegen eine Möglichkeit zur Aufteilung: Wer sein Arbeitszimmer zur Hälfte beruflich und zur Hälfte privat nutzt, kann auch nicht die Hälfte der Kosten geltend machen, sondern muss ganz darauf verzichten. Bei der Einrichtung muss darauf geachtet werden, dass das Zimmer wie ein Büro eingerichtet ist, also mit Schreibtisch und Stuhl ausgestattet wird. Außerdem muss das Zimmer durch eine Tür abzutrennen sein und es darf sich nicht um ein Durchgangszimmer handeln.

Bundesfinanzhof bestätigt geltende Regelungen

Auch in Zukunft gibt es zwei Möglichkeiten, ein Arbeitszimmer in der Steuererklärung anzugeben und sich dadurch über mehr Geld auf dem eigenen Girokonto zu freuen: Wenn es das Zentrum der beruflichen Tätigkeit ist, also zum Beispiel bei einem freien Journalisten, können die Kosten in unbegrenzter Höhe angegeben werden. Sie ergeben sich aus dem Anteil des Arbeitszimmers an der Quadratmeterzahl der Wohnung. Auch Heizung und Strom können anteilig abgesetzt werden.

Andere Arbeitnehmer können Kosten von bis zu 1250 Euro pro Jahr geltend machen, wenn sie für die im Arbeitszimmer ausgeübte Tätigkeit nicht auf einen anderen Arbeitsplatz zurückgreifen können. Das ist zum Beispiel bei Lehrern der Fall, die zu Hause korrigieren oder den Unterricht vorbereiten müssen.

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