Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

O2 drängt mit eigener Banking-App ins Bankgeschäft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.07.2016

Die etablierten Geldhäuser bekommen Konkurrenz von unerwarteter Seite: Der Mobilfunkanbieter O2 ist ins Bankgeschäft eingestiegen und bietet ab sofort eine eigene Banking-App. Auf Zinsen müssen Nutzer allerdings verzichten: Nach dem Motto „Megabytes statt Magerzinsen“ besteht die Rendite beim O2-Mobile-Banking aus kostenlosem Datenvolumen.

Bankgeschäfte per Smartphone sind auf dem Vormarsch. Daher ist es naheliegend, dass auch Mobilfunkanbieter wie O2 sich für den Bereich Mobile Banking interessieren. Seit Wochenbeginn ist die Banking-App der Tochter der spanischen Telefónica-Gruppe für iOS und Android kostenlos erhältlich. Bei seinem Mobile Banking geht O2 mit einem völlig neuen Konzept auf Kundenfang: Zinsen sind hier nicht vorgesehen, stattdessen erhalten Nutzer der Banking-App kostenloses Datenvolumen für ihr Smartphone.

Bankgeschäfte werden über lizenziertes Geldhaus abgewickelt

Nach der Installation der O2 Banking-App können Nutzer per Videotelefonat ein Girokonto eröffnen und dann ihre Bankgeschäfte per Smartphone erledigen. Für die Abwicklung von Bankdienstleistungen kooperiert O2 laut „Wirtschaftswoche“ mit der Münchener Fidor Bank. Eine Mastercard ist im Mobile Banking von O2 enthalten. Um eine „echte“ Kreditkarte handelt es sich hierbei allerdings nicht, sondern lediglich um eine Debitcard, bei der Umsätze sofort vom Konto abgebucht werden. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) sollen aber auch kurzfristige Kredite bis zu einer Höhe von 200 Euro möglich sein. Die gesetzliche Einlagensicherung für Guthaben bis 100.000 Euro ist bei der O2-Banking-App gegeben, da der Kooperationspartner für Bankgeschäfte, die Fidor Bank, über eine deutsche Bankenlizenz verfügt.

Mobile Banking erst ab bestimmen Umsatzvolumen kostenlos

Kostenlos ist das Mobile Banking von O2 nicht in jedem Fall: Die Banking-App kann zwar gratis heruntergeladen werden, für die Nutzung kann allerdings eine Art Kontoführungsgebühr anfallen. Diese ist gestaffelt nach der Höhe der monatlichen Umsätze. Nutzer die weniger als 100 Euro mit ihrer Mastercard umsetzen, zahlen für das Mobile Banking eine Gebühr von 0,99 Euro monatlich. Zudem können Sie nur einmal pro Monat kostenlos Bargeld mit ihrer Mastercard abheben. Im Gegenzug erhalten sie 100 MB zusätzliches Datenvolumen. Mit der Höhe der Umsätze steigen die Leistungen. Ab 500 Euro Monatsumsatz oder wenn die Banking-App als Gehaltskonto fungiert, fallen keine Gebühren an und Barabhebungen sind unbegrenzt kostenlos möglich. Zudem erhalten Nutzer 500 MB Datenvolumen.

O2-Banking-App steht Kunden anderer Mobilfunkanbieter offen

Das Mobile Banking des Mobilfunkanbieters steht allen deutschen Verbrauchern offen, es ist kein Mobilfunkvertrag mit einer der Konzernmarken – O2, Base und E-Plus – erforderlich. Doch selbst mit etwa 43 Millionen Mobilfunkverträgen in Deutschland ist das Potenzial möglicher Kunden groß. Datenschutzrechtliche Bedenken, dass der Mobilfunkanbieter aus den Bankgeschäften Informationen über seine Kunden ableiten könnte, weist O2 zurück. „Die vollständigen Daten inklusive aller Banking- und Transaktionsdaten liegen bei der Fidor Bank“, sagte Markus Haas, Vorstandsmitglied von Telefónica Deutschland.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Wirtschaftswoche

Aktuelle Finanznews

Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet,...
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Um das Finanzwissen der Jugendlichen in Deutschland ist es laut einer Studie schlecht bestellt: Viele haben den Eindruck, in der Schule nicht ausreichend informiert zu werden, und haben Probleme beim Erklären...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen