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OECD empfiehlt Deutschland späteren Rentenbeginn

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.04.2016

Laut OECD ist ein späterer Rentenbeginn in der Bundesrepublik sinnvoll, um auf lange Sicht den Staatshaushalt zu entlasten. Die Organisation beurteilt die deutsche Wirtschaft als stabil, sieht aber neben dem Renteneintrittsalter auch beim Steuerrecht und bei der Kinderbetreuung Reformbedarf.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, wäre ein späterer Rentenbeginn sinnvoll, um den deutschen Finanzhaushalt zu entlasten. Das empfiehlt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Wirtschaftsbericht. Sie bescheinigt Deutschland eine robuste Wirtschaftslage, sieht aber dennoch einen erheblichen Bedarf an Reformen in verschiedenen Bereichen.

Späterer Rentenbeginn als Entlastung

Ohnehin steigt das gesetzliche Renteneintrittsalter in Deutschland bis 2029 schrittweise auf 67 Jahre. Die OECD hält es jedoch für sinnvoll, den Rentenbeginn noch weiter nach hinten zu verschieben. Ohne weitere Reformen würden die staatlichen Rentenausgaben bis zum Jahr 2060 nach ihren Berechnungen um mindestens 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steigen und so den öffentlichen Haushalt belasten. „Durch eine Koppelung des Rentenalters an die Entwicklung der Lebenserwartung könnte die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen gestärkt werden“, erklärte die OECD.

Reformen auch bei Steuerrecht und Kinderbetreuung nötig

Laut OECD ist die Belastung der Arbeit durch Steuern und Abgaben in Deutschland vergleichsweise hoch. Gesundheitsversorgung und Pflege werden hauptsächlich aus den Sozialversicherungsbeiträgen – unter anderem zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – finanziert, die auf die Gehälter von Arbeitnehmern erhoben werden. Die OECD sieht in diesem Bereich steigende Kosten aufgrund des demografischen Wandels und des technischen Fortschritts im Gesundheitswesen voraus. Die Organisation hält es deshalb unter anderem für sinnvoll, Immobilien stärker zu besteuern, um die Steuerbelastung der Arbeit zu reduzieren. Schließlich sei es vielfach auch zu einer Wertsteigerung gekommen, die eine Aktualisierung der Wertansätze für die Grundsteuer rechtfertige.

Auch bei der Kinderbetreuung hält die OECD Reformen für nötig. Das große Verdienstgefälle zwischen den Geschlechtern sei maßgeblich dadurch verursacht, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten müssten, weil es zu wenige Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gebe.

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