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OECD-Experte plädiert für Steuerreform

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.08.2016

Ein Experte der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlägt eine Steuerreform vor, durch die viele Bundesbürger entlastet werden könnten. So soll zum Beispiel der Spitzensteuersatz erst ab viel höheren Einkommen gelten als aktuell. Auch die SPD-Bundestagsfraktion hält Anpassungen beim Spitzensteuersatz für sinnvoll.

Mit einer Steuerreform sollte Deutschland nach Meinung eines OECD-Experten die Bürger entlasten. Angesichts steigender Steuereinnahmen sieht Christian Kastrop, Direktor der Abteilung für politische Studien bei der Industrieländerorganisation, nach Informationen von „Spiegel Online“ das Potenzial dafür gegeben. Unter anderem soll der Spitzensteuersatz laut Kastrop erst ab deutlich höheren Einkommen gelten.

Steuerreform soll die Bürger entlasten

Der OECD-Experte hält es für sinnvoll, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sein Ziel eines ausgeglichenen Haushalts in den Hintergrund rückt und die Bundesbürger durch eine Steuerreform entlastet. Laut Kastrop besteht ein Entlastungsvolumen von rund zehn Milliarden Euro. Schäuble könne also den Spielraum bei der Schuldenbremse ausnutzen. Die Steuereinnahmen sind seit 2010 um 30 Prozent gestiegen. Der Bund sowie ein Großteil der Länder kamen im vergangenen Jahr ohne neue Schulden aus oder erwirtschafteten sogar Überschüsse. Kastrop schlägt vor, den Tarif in der Einkommensteuer zu reformieren und den Spitzensteuersatz, der aktuell ab einem jährlichen Bruttoeinkommen von 53.666 Euro greift, erst ab deutlich höheren Einkommen gelten zu lassen. Viele Arbeitnehmer könnten sich dann über ein höheres Nettogehalt auf ihrem Girokonto freuen. Um dadurch entstehende Ausfälle für den Fiskus auszugleichen, könne die Bundesregierung unter anderem die Mehrwertsteuer erhöhen, so der OECD-Experte.

Spitzensteuersatz: SPD plädiert ebenfalls für Änderungen

Auch die SPD-Bundestagsfraktion hat sich für Steuererleichterungen ausgesprochen. Wie „Spiegel Online“ mit Bezug auf die „Passauer Neue Presse“ berichtet, forderte ihr finanzpolitischer Sprecher Lothar Binding Anpassungen beim Spitzensteuersatz. Da dieser heute bereits ab einem Einkommen greife, das nur etwas über dem Durchschnitt liege, solle er künftig erst ab einem höheren Einkommen gelten. Zur Gegenfinanzierung solle er aber auch angehoben werden, so der SPD-Politiker. Im Zuge der Steuerreform auch die Mehrwertsteuer zu erhöhen, hält Binding allerdings für unsozial: Das wäre für Ärmere von Nachteil, die bereits einen relativ hohen Anteil ihres Einkommens an Sozialabgaben zahlen.

Quelle: Spiegel Online

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