Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Ökonomen kritisieren die Mietpreisbremse

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.04.2014

Die geplante Mietpreisbremse könnte dem Immobilienmarkt mehr schaden als nützen, fürchten Ökonomen. Die Folgen für den Wohnungsbau wären fatal. Besonders in Ballungszentren würden die staatlichen Maßnahmen nicht nur ihr Ziel verfehlen, sondern sogar die Mieten steigen lassen. Daher wird ein politisches Umdenken gefordert, welches für mehr Wohnungen sorgen soll.

In einer aktuellen Studie warnt das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ (DIW) vor der Einführung der geplanten Mietpreisbremse. Die Regulierung mache den Wohnungsbau aus Sicht von Investoren unattraktiv und könnte so die Situation auf dem Immobilienmarkt weiter zuspitzen. Die Ökonomen des DIW sind der Ansicht, dass nicht regulierte Mieten, sondern schlicht mehr Wohnungen den Wohnungssuchenden wirklich helfen würden.

Mietpreisbremse verschärft den Immobilienmarkt

Die Regulierung der Mieten bringt Mietern nicht nur Vorteile. Nach den Erkenntnissen der Studie könnten langfristig sogar die Nachteile der Mietpreisbremse deutlich überwiegen. „Die Mietpreisbremse behandelt die Symptome, nicht die Krankheit“, so die DIW-Ökonomen Konstantin Kholodilin und Dirk Ulbricht. Die Bremse greife in den normalen Zyklus aus Angebot und Nachfrage des Immobilienmarktes ein und verhindere, dass sich der Markt selbst reguliert. Durch die gedeckelten Mieten könnte der Wohnungsbau gehemmt werden, weil Investoren gerade durch ein hohes Mietniveau zum Bau neuer Wohnungen angeregt werden. Erst wenn ausreichend neuer Wohnraum geschaffen wurde, würden sich die Höhen der Mieten wieder normalisieren.

Wohnungsbau muss mehr unterstützt werden

Die Experten raten der Politik daher, den Wohnungsbau durch Fördermaßnahmen zu unterstützen und mehr Flächen als Bauland auszuweisen. Gerade in den Zeiten günstiger Zinsen für Baufinanzierung und Kredite könnte so der Bau neuer Wohnungen schnell und effizient vorangetrieben werden. Um Spekulationen auf dem Immobilienmarkt entgegenzuwirken, sollten zudem regelmäßige Analysen der Wohnungsmarktentwicklung veröffentlicht werden, die Mietpreise und Leerstände transparent aufführen.

Aktuelle Finanznews

Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Um das Finanzwissen der Jugendlichen in Deutschland ist es laut einer Studie schlecht bestellt: Viele haben den Eindruck, in der Schule nicht ausreichend informiert zu werden, und haben Probleme beim Erklären...
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Bausparkassen: Vertragskündigungen nicht rechtens
Vertragskündigungen durch Bausparkassen beschäftigen seit geraumer Zeit die deutschen Gerichte. Zwei Juristen kommen nun zu dem Schluss, dass sie nicht legitim sind. Bislang waren die Urteile sehr unterschiedlich...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen