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Ölpreis bremst energetische Sanierung aus

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.09.2015

Mit dem Einbruch des Ölpreises ist auch die Nachfrage nach KfW-Darlehen für die energetische Sanierung massiv zurückgegangen. Nun wurden die Konditionen für Darlehen so stark nachgebessert wie seit Jahren nicht mehr. Für die maximale Förderung müssen Interessierte allerdings strenge Auflagen erfüllen, die hohe Investitionen voraussetzen.

Der niedrige Ölpreis hat das Interesse von Immobilienbesitzern an einer energetischen Sanierung ihres Eigenheims erheblich gedämpft. Laut der Tageszeitung „Welt“ zeigen die Geschäftsberichte der staatlichen KfW-Bank, dass seit Beginn des Preisverfalls für Öl und Gas vor zweieinhalb Jahren immer weniger Mittel für die energetische Sanierung von Wohnimmobilien abgerufen wurden.

Massiver Einbruch bei Nachfrage nach KfW-Darlehen

Demzufolge wurden bereits 2013 mit insgesamt 4,1 Milliarden Euro 3,4 Prozent weniger Fördergelder aufgenommen als im Jahr zuvor. Mit der Halbierung des Ölpreises im vergangenen Jahr sank die Nachfrage nach KfW-Darlehen und -Förderungen nochmals um elf Prozent – während sich das Interesse an konventionellen Baufinanzierungen auf einem sehr hohen Niveau hielt. Nur noch knapp 3,7 Milliarden Euro Fördergelder hat die KfW-Bank im Jahr 2014 noch ausgezahlt. „Inzwischen sind die Brennstoffe so billig, dass sich gegenwärtig eine energetische Sanierung nicht rechnet“, sagte Michael Voigtländer, Immobilienökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), laut der „Welt“.

Konditionen für Kfw-Darlehen erheblich nachgebessert

Bundesregierung und KfW haben nun auf die zunehmende Sanierungsmüdigkeit deutscher Immobilienbesitzer reagiert und die Konditionen für die Förderung massiv verbessert. Der Höchstbetrag für Kredite zur energetischen Sanierung wurde auf das Vierfache erhöht: Seit Anfang liegt er bei 100.000 Euro statt bislang 25.000 Euro. Der Zinssatz wurde auf 0,75 Prozent gesenkt. Zudem wurde der maximale Tilgungszuschuss auf 27,5 Prozent erhöht, zuvor lag er bei 27 Prozent. Bei größtmöglicher Förderung müssen Immobilienbesitzer, die eine energetische Sanierung mit einem KfW-Darlehen in Höhe von 100.000 Euro finanzieren, also nur noch 72.500 Euro zurückzahlen. „Eine so weit reichende Verbesserung der KfW-Konditionen hat es seit Jahren nicht mehr gegeben“, so Petra Hegen von Zukunft Altbau, einer Initiative zur energetischen Sanierung.

Tilgungszuschuss mit hohen Anforderungen an energetische Sanierung verknüpft

Die Förderbank hofft, mit den jüngsten Maßnahmen mehr Immobilienbesitzer zur energetischen Sanierung bewegen zu können und damit die Energiewende voranzutreiben. Schließlich würden 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs auf Gebäude entfallen, erklärte Ingrid Hengster, Mitglied des Vorstands der KfW-Bank. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten. Denn die hohe KfW-Förderung ist an strenge Vorgaben geknüpft. Um den Tilgungszuschuss von 27,5 Prozent zu erhalten, muss die energetische Sanierung den Verbrauch auf den Standard eines KfW-Effizienzhauses 55 reduzieren – also auf 55 Prozent der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV). Und hierfür sind in der Regel umfangreiche Investitionen erforderlich.

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