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Online-Bezahlsystem Paydirekt wenig erfolgreich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.08.2016

Das Online-Bezahlsystem Paydirekt wurde von zahlreichen deutschen Kreditinstituten gemeinsam als Paypal-Alternative entwickelt. Doch sowohl Kunden als auch Händler nutzen das Verfahren nur in sehr geringem Maße. Schuld sind möglicherweise die hohen Gebühren, die für Händler anfallen, sowie die starke Position des Marktführers Paypal.

Seit einem Jahr versuchen die deutschen Banken gemeinsam, mit dem Online-Bezahlsystem Paydirekt eine Paypal-Alternative zu etablieren. Die Resonanz fällt aber schwach aus: Das Bezahlverfahren kann nur wenige Transaktionen verzeichnen.

Neues Online-Bezahlsystem der deutschen Banken

Nachdem im August 2015 die Pilotphase für das Projekt Paydirekt startete, ist das Bezahlverfahren seit November 2015 bei Volks- und Raiffeisenbanken sowie vielen Direktbanken und seit April 2016 auch bei allen Sparkassen nutzbar. Zuvor hatte zwischen den teilnehmenden Kreditinstituten längere Zeit Uneinigkeit über den Namen und die genauen Modalitäten der Paypal-Alternative geherrscht. Allerdings haben sich bislang erst 530.000 Kunden bei Paydirekt angemeldet – das ist nur rund ein Prozent der Menschen in Deutschland, die ein Online-Girokonto besitzen. Dagegen hat Marktführer Paypal einen aktiven Kundenstamm von 17 Millionen Nutzern und 20 Prozent aller Umsätze im Onlinehandel in Deutschland erfolgen laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ (FAZ) über dieses Online-Bezahlsystem. Es ist allerdings auch bereits seit 2004 in Deutschland verfügbar – die Kreditinstitute haben ihre Alternative also mit deutlicher Verspätung gestartet.

Wenige Händler nutzen die Paypal-Alternative

Doch nicht nur die Kunden sind zögerlich, auch der Handel bietet Paydirekt häufig nicht an. In rund 140 Online-Shops können Kunden das Online-Bezahlsystem nutzen, dabei handelt es sich aber häufig um kleine und unbekannte Anbieter. Das Verfahren ist für die Händler wenig attraktiv, da die Kundenbasis noch sehr gering ist und relativ hohe Gebühren anfallen. Nach Informationen der „FAZ“ wirken auch die Bedingungen zum Teil abschreckend: So habe ein Online-Händler berichtet, es gebe bei Paydirekt keine Testzugänge für Interessenten, sondern es müsse direkt ein Vertrag abgeschlossen werden. Zudem müssen Händler die variablen Gebühren aller beteiligten Kreditinstitute akzeptieren. Sollten sie diese bei einer beteiligten Bank als zu hoch empfinden, müssen sie komplett auf die Kooperation verzichten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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