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Online Payment: Urteil gegen Sofortüberweisung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.07.2015

Viele Online-Händler bieten ausschließlich die Sofortüberweisung als einzige kostenlose Zahlungsmöglichkeit an. So auch bei dem Reiseportal Start.de, einer Tochter der Deutschen Bahn. Das Landgericht Frankfurt hat nun gegen den Konzern geurteilt. Diese Praxis beim Online-Payment sei unzumutbar, heißt es in der Urteilsbegründung.

Online-Payment steht bei Kunden hoch im Kurs. Doch die Zahlungsoptionen sorgen häufig auch für Unmut bei Verbrauchern. Denn wer seinen Online-Einkauf per Kreditkarte oder über einen Online-Bezahldienst wie Paypal abwickeln will, muss häufig zusätzliche Gebühren berappen. Nur die Option „Sofortüberweisung“ wird in der Regel ohne Zusatzkosten angeboten – so auch beim Deutsche-Bahn-Portal Start.de. Mit seinem Urteil gegen die DB Vertrieb GmbH (AZ.: 2-06 O 458/14) hat das Landgericht Frankfurt diese Praxis nun infrage gestellt, wie „Spiegel Online“ berichtet.

Sofortüberweisung erfordert Bekanntgabe sensibler Daten

In der Urteilsbegründung folgt das Landgericht dem Bundesverband der Verbraucherzentralen, der die Klage eingereicht hatte. Die Sofortüberweisung als einzige Möglichkeit für kostenloses Online-Payment sei „unzumutbar“. Beim Dienst der Sofort AG werden Kunden zum Bezahlen auf eine fertig ausgefüllte Überweisungsmaske geleitet und müssen die Transaktion per Transaktionsnummer (kurz: TAN) autorisieren. Die Bekanntgabe derart sensibler Daten an einen Drittanbieter stellt laut Landgericht ein erhebliches Risiko für die Datensicherheit dar.

Keine grundsätzliche Kritik an Sofortüberweisung als Online-Payment-Option

Das Urteil stellt jedoch nicht die Sofortüberweisung als Online-Payment-Möglichkeit an sich infrage. Kunden sollen lediglich nicht dazu gedrängt werden, indem alle anderen Zahlungsmethoden gebührenpflichtig angeboten werden. Für Händler ist die Sofortüberweisung die sicherste Methode, an ihr Geld zu gelangen, denn die Ware wird erst versendet, wenn das Geld vom Girokonto des Kunden abgebucht wurde. Oftmals ist es für sie auch die billigste Methode, denn Bezahldienste wie Paypal verlangen von den Händlern in der Regel Gebühren. Verbraucher sollten bei Vorkasse-Modellen besonders dann Vorsicht walten lassen, wenn sie den Online-Shop nicht kennen. Ansonsten besteht das Risiko, einem Betrüger Geld zu überweisen, ohne eine Gegenleistung zu erhalten.

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