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Pflegende Angehörige nutzen kaum Hilfsangebote

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.03.2016

Etwa zwei Millionen Menschen werden in Deutschland von pflegenden Angehörigen versorgt. Um die verschiedenen Herausforderungen in diesem Zusammenhang zu untersuchen, veröffentlicht das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) seit 2015 einen jährlichen Pflege-Report. In der Publikation von 2016 wird deutlich: Viele Angehörige nutzen kaum Betreuungsleistungen.

Die Mehrheit der pflegenden Angehörigen in Deutschland weiß, welche zusätzlichen Betreuungsleistungen ihnen die gesetzliche Pflegeversicherung bietet – häufig werden diese jedoch nicht in Anspruch genommen, wie der AOK-Pflege-Report 2016 deutlich macht.

Pflegende Angehörige: Nur Pflegedienst von Mehrheit in Anspruch genommen

Im Rahmen der Untersuchung befragten Mitarbeiter des WIdO insgesamt 1.000 pflegende Angehörige. Ein zentrales Ergebnis: Die verschiedenen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung wie die Tages-, Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege sind der überwiegenden Mehrheit durchaus bekannt. Doch weniger als jeder fünfte Befragte nimmt diese auch in Anspruch. Eine Ausnahme stellt hier lediglich der Pflegedienst dar, den 64 Prozent der Befragten nutzten.

Wer jedoch die zusätzlichen Betreuungsleistungen in Anspruch nimmt, ist laut den Verfassern des Pflege-Reports meist zufrieden: Rund 90 Prozent stuften demnach das Pflegepersonal als kompetent ein, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Auch die Pflegebedürftigen schätzten demnach die Betreuung meist als positiv ein – nämlich 84 Prozent der Nutzer von Pflegediensten und 87 Prozent der Nutzer einer Tagespflege.

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Zusätzliche Betreuungsleistungen: Verschiedene Gründe für Ablehnung

Laut dem Pflege-Report gab jeder vierte Pflegehaushalt, der keinerlei zusätzlichen Betreuungsleistungen in Anspruch nahm, an, dass diese eigentlich benötigt würden. Ein verbreiteter Grund für Nichtbeanspruchung zusätzlicher Betreuungsleistungen war, dass viele Pflegebedürftige die Betreuung durch Fremde ablehnten. Schlechte Erfahrungen sowie Kosten oder auch mangelnde Erreichbarkeit spielten ebenfalls eine Rolle.

„Wir müssen die Bedürfnisse der Betroffenen noch besser verstehen und gleichzeitig mit guter Beratung und niedrigschwelligen Angeboten überzeugen“, so Antje Schwinger, Pflegeexpertin des WIdO sowie Mitherausgeberin des Pflege-Reports. Für diesen Zweck bieten mittlerweile viele Pflegekassen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ihren Versicherten den Service von Pflegeberatern, die rund um die verschiedenen zusätzlichen Betreuungsleistungen informieren.

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