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Pflegezeit: Zinsloser Kredit wird kaum beansprucht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.09.2015

Pflegende Angehörige nehmen den Kredit, der ihnen zur Überbrückung der einkommenslosen Pflegezeit zur Verfügung steht, offenbar kaum in Anspruch. Das zeigen die Zahlen, die das Bundesfamilienministerium auf Anfrage der Grünen bekannt gegeben hat. Ministerin Manuela Schwesig verteidigt die seit Anfang des Jahres geltenden neuen Regelungen jedoch.

Nur wenige pflegende Angehörige nehmen das zinslose Darlehen für die Pflegezeit in Anspruch. Wie die „Rheinische Post“ berichtet, wurden erst 146.543 Euro von den 1,3 Millionen Euro abgerufen, die das Familienministerium dafür bereitgestellt hatte. Weitere 134.880 Euro seien bewilligt, was etwa 169 Darlehen entspricht.

Grüne: Pflegezeit geht an Realität des Alltags vorbei

Die Zahlen gab das Ministerium auf Anfrage der Grünen bekannt. Deren Pflegeexpertin Elisabeth Scharfenberg kritisiert gegenüber der Zeitung: „Die anvisierten Zahlen der Inanspruchnahme – gemessen an den dafür bereitgestellten Mitteln – werden weit verfehlt.“ Ihrer Meinung nach gehen die Maßnahmen der neuen Pflegezeit vorbei an den tatsächlichen Bedürfnissen, die pflegende Angehörige haben.

Das Familienministerium verteidigt die Pflegezeit

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht dies anders. Ihre Sprecherin rechtfertigte gegenüber der Presseagentur dpa, dass die Zahl der beantragten Darlehen nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme der Pflegezeit aussage. Diese liege wesentlich höher. „Das neue Gesetz wird gut angenommen“, heißt es aus dem Familienministerium.

Diese Möglichkeiten haben pflegende Angehörige

Seit dem 1. Januar 2015 haben pflegende Angehörige als Mitglieder der gesetzlichen Pflegeversicherung [http://www.financescout24.de/krankenversicherung/pflegeversicherung.aspx] die Möglichkeit, bis zu sechs Monate teilweise oder vollständig aus ihrem Beruf auszusteigen, wenn sie ein pflegebedürftiges Familienmitglied zu Hause betreuen. Voraussetzung für die Pflegezeit ist, dass mindestens Pflegestufe I [http://www.financescout24.de/wissen/ratgeber/pflegestufen] vorliegt und der Arbeitgeber mehr als 15 Beschäftigte hat. Zur Überbrückung der unbezahlten Berufsauszeit können pflegende Angehörige einen zinslosen Kredit [http://www.financescout24.de/kredite-finanzierung/kredit.aspx] beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragen. Nach Ende der Pflegezeit wird das Geld in Raten zurückgezahlt. Eine Härtefallregelung sieht vor, dass die Rückzahlung auf Antrag auch gestundet werden kann. Besonders bedürftige Familien müssen im Einzelfall die Schulden nur teilweise oder gar nicht begleichen.

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