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PKV-Verband-Bericht: Deutlicher Mitgliederschwund

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.06.2015

Die Zahl der privat Krankenversicherten in Deutschland nimmt konstant ab. Vor allem ehemals Selbstständige wechseln in die gesetzlichen Krankenkassen. Der PKV-Verband sieht dennoch keinen Trend und freut sich über deutliche Zuwächse bei privaten Krankenzusatzversicherungen.

Die Privaten Krankenversicherungen (PKV) verlieren immer mehr Mitglieder an die gesetzlichen Krankenkassen. Bereits im dritten Jahr in Folge sank die Zahl der privat Krankenversicherten, berichtet der „Tagesspiegel“.

PKV-Verband will nicht von Trend sprechen

Aus dem jüngst veröffentlichten Rechenschaftsbericht 2014 des Verbands der Privaten Krankenversicherungen (kurz: PKV-Verband) gehe hervor, dass der Bestand an Vollversicherten 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent gesunken ist. Dies bedeutet einen Rückgang um 55.600 Mitglieder in der Vollversicherung. Ende 2014 konnte die PKV damit nur noch rund 8,83 Millionen Vollversicherte verzeichnen. Trotz des bereits seit drei Jahren anhaltenden Mitgliederschwunds will der PKV-Verband nicht von einem Trend sprechen. „Ich bin immer noch der Meinung, dass es sich um Sondereffekte handelt“, erklärte Verbandschef Uwe Laue bei der Jahrestagung des PKV-Verbands in Berlin.

Ehemals Selbstständige wechseln zu gesetzlichen Krankenkassen

Zu diesen Sondereffekten zählt der Umstand, dass viele Selbstständige aufgrund der guten konjunkturellen Lagen in ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis gewechselt seien. Dort bezögen sie häufig ein Gehalt, das unter Versicherungspflichtgrenze liegt und den Verbleib in der PKV somit ausschließt und sie zum Wechsel zu einer gesetzlichen Krankenkasse zwingt. Da die Versicherungspflichtgrenze jährlich steigt, während sich die Gehälter in der Bundesrepublik nur mäßig entwickeln, wird es für die PKV zunehmend schwieriger, Angestellte als Vollmitglieder zu gewinnen, berichtet der „Tagespiegel“. Daher liege das durchschnittliche Eintrittsalter in die Private Krankenversicherung mittlerweile bei 36 bis 38 Jahren, so die Tageszeitung weiter.

Deutlicher Zuwachs bei Krankenzusatzversicherungen

Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung erweitern ihren Versicherungsschutz offenbar zunehmend durch Leistungen der privaten Krankenversicherer. Bei privaten Krankenzusatzversicherungen konnte der PKV-Verband nämlich erneut einen deutlichen Zuwachs um 1,7 Prozent verzeichnen. Insgesamt verfügten die Bundesbürger damit Ende 2014 über 23,93 Millionen Zusatzpolicen.

Besonders deutlich fiel der Anstieg bei der Pflegeversicherung aus. Die Einführung des sogenannten Pflege-Bahrs und darauf aufbauender neuer Kombi-Tarife zeigt offenbar Wirkung: Die Zahl staatlicher geförderter Policen stieg um 55,5 Prozent auf knapp 550.000 Policen. Bei der klassischen Pflegezusatzversicherung betrug das Plus immerhin 4,5 Prozent.

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