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PKV-Verband: Kritik an Versorgungsstärkungsgesetz

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.04.2015

Das neue Versorgungsstärkungsgesetz soll die gesetzlichen Krankenkassen stärken. Der Verband der privaten Krankenversicherungen sieht das kritisch: Vor allem der Systemwettbewerb zwischen gesetzlicher Krankenkasse und privater Krankenversicherung müsse vorangetrieben werden, um die Gesundheitsversorgung in den deutschen Krankenversicherungen zu verbessern.

Das vom Bundestag für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) geplante Versorgungsstärkungsgesetz soll künftig „eine gut erreichbare medizinische Versorgung auf hohem Niveau sicherstellen“, berichtet das Branchen-Magazin „Versicherungsbote“. Vor allem die Verfügbarkeit von Allgemeinmedizinern und Fachärzten in ländlichen Regionen soll durch die komplexe Neuregelung verbessert werden. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) zeigte sich in einer Stellungnahme kritisch gegenüber einzelnen Regelungen des vorgesehenen Gesetzes.

PKV-Verband: Systemwettbewerb zwischen GKV und PKV verbessere Gesundheitsversorgung

Die private Krankenversicherung sei ein „integraler Bestandteil“ des Gesundheitsversorgungssystems in Deutschland, reflektierte der PKV-Verband seine Position. Immerhin gewähre die freiwillige Krankenversicherung ihren Versicherten auf privatvertraglicher Grundlage grundsätzliche Therapiefreiheit und Wahlfreiheit zwischen Ärzten und Krankenhäusern. Der herrschende Systemwettbewerb zwischen PKV und GKV ist dabei nach Auffassung des Verbandes für das Fortbestehen einer hochwertigen Versorgung essenziell, denn die PKV diene dabei als Korrektiv für die Leistungsansprüche in der GKV. Ohne den herrschenden Wettbewerb zwischen den beiden in Deutschland möglichen Krankenversicherungsoptionen wäre die Gefahr größer, dass der Leistungskatalog der GKV auf eine minimale Grundversorgung reduziert werde, so die Warnung des PKV-Verbandes.

Innovationsfond für innovationsfreundliche Strukturen im Gesundheitswesen

Im Rahmen des Versorgungsstärkungsgesetzes soll unter anderem der Innovationsfond finanziell aufgestockt und ausgeweitet werden. Entgegen ihrer eigentlichen Unabhängigkeit soll auch die PKV in die Finanzierung einbezogen werden. Die PKV ist nach eigenen Angaben grundsätzlich positiv gestimmt, wenn es darum geht, innovationsfreundliche Strukturen zu schaffen – die Ausweitung des geplanten Innovationsfonds sieht der PKV-Verband hingegen skeptisch. „Durch halbstaatliche Fonds, die bürokratisch Mittel zuweisen, entstehen keine Innovationen“, so die deutlichen Worte. Der Verband verweist erneut auf die große Bedeutung des Wettbewerbs zwischen PKV und GKV als Antriebsmotor für mehr Innovation im Gesundheitswesen. Diesen sieht sie jedoch durch den Gesetzesvorschlag gefährdet und warnt vor einer Gleichmachung, die am Ende der Innovation und damit auch den Versicherten schaden würde.

 

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