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Politik feiert 20 Jahre Pflegeversicherung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.01.2015

Zum Beginn des Jahres wurde die gesetzliche Pflegekasse 20 Jahre alt. Jetzt fand die Politik sich zusammen, um das Ereignis zu feiern. Doch nicht alle Zahlen erlauben es, der Pflegeversicherung ein positives Zwischenzeugnis auszustellen. So steigt die Zahl an Pflegebedürftigen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind stetig an.

Am 1. Januar 2015 ist die deutsche gesetzliche Pflegeversicherung oder auch Pflegekasse 20 Jahre alt geworden. Jetzt feierten laut dem Bundesgesundheitsministerium rund 160 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft mit Staatssekretär Karl-Josef Laumann, dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, in Berlin. Während Redner die Erfolge der Pflegeversicherung lobten, sprechen einige Zahlen eine andere Sprache und sollten Verbraucher und Politik eher nachdenklich stimmen. So reichen für immer mehr Pflegebedürftige die Leistungen der Pflegekasse allein nicht aus – sie müssen zusätzlich Sozialhilfe beantragen.

Pflegekasse hat Pflegesituation verbessert

In einer Festrede lobte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Entwicklung der Pflegekasse als eine Erfolgsgeschichte. Vor der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung vor 20 Jahren seien mehr als zwei Drittel der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen auf Sozialhilfe angewiesen gewesen. Heute, zwei Jahrzehnte danach, sei dieser Anteil auf nur noch rund ein Drittel gesunken. Weiterhin wies Gröhe darauf hin, dass die Leistungen der Pflegekasse um 20 Prozent erhöht und noch besser an die individuellen Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und ihre Umfelder angepasst werden. Staatssekretär Laumann fügte hinzu, dass mit Pflegestärkungsgesetzen und dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff die Erfolgsgeschichte Pflegeversicherung fortgesetzt werde.

Immer mehr Pflegefälle beantragen Sozialhilfe

Doch zeitnah zu dem Festakt zeichnen aktuelle Zahlen ein anderes Bild der Pflegekasse. Laut Informationen, welche der „Westdeutschen Zeitung“ vorliegen, steigt die Zahl der auf Sozialhilfe angewiesenen Pflegefälle an. Während vor zehn Jahren knapp 340.000 Pflegefälle auf zusätzliche staatliche Unterstützung angewiesen waren, ist die Zahl im Laufe des Jahres 2014 auf 444.000 gestiegen. Etwa zwei von drei Betroffenen wohnen demnach in Heimen, während ein Drittel in den eigenen vier Wänden lebt oder anderweitig untergebracht ist. Ein Grund für die Sozialfälle unter den Pflegebedürftigen könnte in der unzureichenden finanziellen Leistungskraft der gesetzlichen Pflegeversicherung liegen. In der Regel reicht das Geld aus der Versicherung nicht aus, um die tatsächlich entstehenden Pflegekosten vollständig zu decken. Wer keine zusätzliche private Pflegeversicherung besitzt, muss dann selbst für die eigenen Pflegekosten aufkommen, solange dies möglich ist.

 

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