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Postbank: Gebühren für Girokonto wahrscheinlich

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.04.2016

Das kostenlose Girokonto wird offenbar immer mehr zum Auslaufmodell. Wie nun bekannt wurde, will auch die Postbank künftig wohl Gebühren dafür erheben.

Gebühren scheinen in Zukunft nicht mehr ausgeschlossen: In einem Zeitungsinterview hat nun Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Postbank, mitgeteilt, dass das kostenlose Girokonto des Unternehmens bald nicht mehr existieren könnte. 

Kostenloses Girokonto: Problematisch durch Niedrigzinsniveau

Für die Zukunft kann Strauß sich laut Interview unterschiedliche Szenarien vorstellen, darunter beispielsweise ein Girokonto, für das zwar keine Gebühren anfallen, das aber auch nur noch bestimmte Dienstleistungen bietet.

Einen wichtigen Grund für die Notwendigkeit der Ausdifferenzierung des Preismodells sieht Postbank-Chef Strauß im Niedrigzinsniveau: Während es Banken früher möglich gewesen sei das für die Kunden kostenlose Girokonto quer zu subventionieren, indem sie die Einlagen der Kunden verzinslich anlegten, sei dies den Geldhäusern heute nicht mehr möglich. Daher soll das neue Preismodell inklusive eventuell neu eingeführter Gebühren spätestens 2017 in Kraft treten. Die Postbank könnte somit eine ähnliche Veränderung durchlaufen wie die Commerzbank oder die Sparkassen, die kostenlose Girokonten de facto ebenfalls abschaffen werden.

Neben einer eventuellen Abschaffung des kostenlosen Girokontos mit umfassendem Dienstleistungsangebot könnten auf Kunden der Postbank in Zukunft noch weitere Veränderungen zukommen. Selbst Minuszinsen schließt Strauß nicht kategorisch aus, hält sie jedoch im normalen Privatgeschäft aktuell nur schwer vorstellbar. 

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Gebühren für das Abheben von Bargeld: Nicht geplant

Eine besonders wichtige und häufig genutzte Dienstleistung des Girokontos soll jedoch laut Strauß auch in Zukunft nicht mit Gebühren versehen werden: Nach aktuellem Stand wird das Abheben von Bargeld an Bankautomaten bei der Postbank aller Voraussicht nach kostenfrei bleiben. „Bargeld gehört zu den wesentlichen Dienstleistungen rund um ein Girokonto. Wir wollen auf jeden Fall an einer bequemen Bargeldversorgung festhalten, und ich kann mir heute nicht vorstellen, dass wir zum Beispiel Bargeldabhebungen unserer Kunden an unseren Automaten bepreisen. Anderes werden wir uns ansehen müssen“, so Strauß gegenüber der „Welt am Sonntag“.

Quelle: Welt am Sonntag

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