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Prämie als Ausgleich für niedriges Zinsniveau?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.02.2015

Sparkassenpräsident Schneider fordert angesichts des niedrigen Zinsniveaus einen finanziellen Zuschuss vom Staat für Sparer. Der Fiskus profitiert von der Geldpolitik der EZB und soll seine Vorteile an die Sparer weitergeben. Prämiensparen könnte eine mögliche Lösung sein, um Sparen weiterhin attraktiv zu halten.

Damit sich Sparen trotz anhaltend niedrigem Zinsniveau lohnt, regen die Sparkassen die Einführung einer staatlichen Prämie für Sparer an. Der Staat profitiere von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), daher sei es naheliegend, einen Teil der Ersparnis an die Sparer zurückzugeben, erklärte der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, forderte Schneider die Politik auf, ein Anreizsystem für Sparer einzuführen, um Sparen weiterhin attraktiv zu halten.

Prämiensparen als möglicher Anreiz

Der Sparkassenverband schlug die Wiedereinführung des Prämiensparens als mögliche Lösung vor. Denkbar sei, dass Bankkunden bis zu 1.200 Euro jährlich auf ein Prämiensparbuch einzahlen würden und nach sieben Jahren Laufzeit neben der verzinsten Sparsumme zusätzlich eine staatliche Prämie in Höhe von fünf Prozent erhielten. Ein derartiges Modell hatte es bis Anfang der 1980er Jahre bereits einmal geben. Wer damals jährlich bis zu 800 D-Mark sparte, erhielt nach sieben Jahren eine staatliche Prämie.

Staat profitiert stark vom niedrigen Zinsniveau

Bei einer Maximaleinlage von 1.200 Euro würde dieses Modell den Staat pro Sparer im Höchstfall 480 Euro kosten. Und die Staatskassen können dank der aktuellen Geldpolitik der EZB zu sehr günstigen Konditionen gefüllt werden. Erst kürzlich hatte die Bundesregierung eine fünfjährige Staatsanleihe mit einer Nullverzinsung platziert. „Der größte Gewinner der Niedrigzinsphase ist der Fiskus“, begründet daher Schneider seinen Vorstoß. Zwar würden deutsche Sparer ihr Geld derzeit trotz niedrigem Zinsniveau noch zu den Banken tragen und auf deutschen Tagesgeld- und Festgeldkonten deponieren, so Schneider. In Anbetracht des anhaltenden Zinstiefs sei jedoch zu befürchten, dass immer mehr Bundesbürger von der klassischen Geldanlage Abstand nehmen würden. Schneider sieht die Bundesregierung hier in der Pflicht: „Der Staat muss etwas tun, damit die Sparkultur in Deutschland nicht vor die Hunde geht.“

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