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Preisanstieg: Inflationsrate fällt auf Null

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.10.2015

Für Verbraucher ist es kurzfristig eine gute Nachricht, auf lange Sicht jedoch nicht: Die Inflationsrate dürfte laut Statistischem Bundesamt im September auf null Prozent sinken. Das bedeutet, dass es in diesem Monat keinen Preisanstieg gibt. Die Europäische Zentralbank betrachtet Inflationsraten von weit unter 2,0 Prozent jedoch mit Sorge.

Sinkende Preise für Benzin, Gas und Strom haben dazu geführt, dass es im September in Deutschland vermutlich keine Inflation geben wird. Der Preisanstieg im Vergleich zum August beträgt null Prozent. Das geht aus den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, von denen die „Welt“ berichtet. Im Mai dieses Jahres war die Inflationsrate mit 0,7 Prozent bereits extrem niedrig und ist seither noch weiter gesunken: auf 0,3 Prozent im Juni und jeweils 0,2 Prozent im Juli und August. Jetzt scheint sie den Nullpunkt erreicht zu haben.

Warum die Preissteigerung stagniert

Der Hauptgrund für die Inflationsrate von voraussichtlich null Prozent liegt darin, dass die Energiepreise zuletzt extrem gesunken sind. Dies betrifft sowohl Kraftstoffe als auch die Preise für Haushaltsenergie wie Heizung und Strom. Laut des Berichts sind die Energiepreise im Vergleich zum September 2014 um 9,3 Prozent gefallen. Im Hinblick auf das vergangene Jahr haben sich jedoch zwei Dinge verteuert: Nahrungsmittel und Dienstleistungen sind im Schnitt jeweils um 1,1 Prozent teurer als vor Jahresfrist.

Niedrige Inflationsrate nicht nur positiv: Geringe Preissteigerung setzt Abwärtsspirale in Gang

Verbraucher können sich zunächst darüber freuen, dass es keinen weiteren Preisanstieg gibt und somit auch die Reallöhne steigen. Auf lange Sicht gesehen ist eine niedrige Inflation jedoch problematisch. Die Europäische Zentralbank strebt eine Inflationsrate von etwas unter 2,0 Prozent an. Die „Welt“ nennt vier Gründe, warum eine niedrige Inflation die Volkswirtschaft auf Dauer schädigen könnte. Erstens kann es sein, dass Verbraucher und die Wirtschaft auf weiter fallende Preise spekulieren, große Ausgaben verschieben und somit nicht zur gewünschten Ankurbelung der Konjunktur beitragen. Zweitens sehen sich viele Unternehmen angesichts der niedrigen Preise gegebenenfalls zu einer Art Rabattschlacht gedrängt, um im Wettbewerb bestehen zu können. Drittens könnten Betriebe so unter Druck geraten, dass sie Mitarbeiter entlassen und die Arbeitslosigkeit ansteigt. Viertens würden weniger Beschäftigte wiederum für weniger Konsum und Steuereinnahmen sorgen, was den Konjunktureinbruch noch verstärken könnte.

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