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Preissteigerungen durch den Mindestlohn

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.08.2016

Viele Firmen haben mit Preissteigerungen auf den gesetzlichen Mindestlohn reagiert, um die gestiegenen Lohnkosten auszugleichen. Dagegen hat der Mindestlohn keine große Zahl von Entlassungen nach sich gezogen. Trotzdem sind viele Unternehmen seit der Einführung vorsichtiger, wenn es um Neueinstellungen geht.

Als Reaktion auf den Mindestlohn ist es bei einigen Unternehmen zu Preissteigerungen gekommen. Das zeigt eine repräsentative Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Der Lohnzuwachs auf dem Girokonto vieler Arbeitnehmer hat also in vielen Fällen für höhere Preise bei Produkten und Dienstleistungen gesorgt.

Preissteigerungen bei vielen Unternehmen

Da seit 2015 ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gilt, sind die Lohnkosten vieler Unternehmen gestiegen. Und auch indirekt sind sie von der Veränderung betroffen, indem es zum Beispiel zu Preiserhöhungen innerhalb der Wertschöpfungskette kommt. Als Ausgleich haben nach eigenen Angaben in der IAB-Befragung rund 18 Prozent der Unternehmen ihre Absatzpreise erhöht. In Ostdeutschland liegt der Anteil sogar bei rund 24 Prozent. Knapp acht Prozent in Gesamtdeutschland beabsichtigen außerdem, künftig ihre Preise zu erhöhen. Diese Preissteigerungen sind bei Firmen ein beliebteres Mittel als die Reduzierung von Investitionen, wofür sich nur gute sechs Prozent der Unternehmen entschieden haben.

Gesetzlicher Mindestlohn: Wenige Firmen reagieren mit Entlassungen

Die vor der Einführung geäußerte Befürchtung, ein gesetzlicher Mindestlohn könne den Verlust vieler Stellen mit sich bringen, kann die Studie dagegen nicht belegen: Nur 4,7 Prozent der Unternehmen haben mit Entlassungen reagiert, weitere 2,4 Prozent beabsichtigen dies. Trotzdem hat der Mindestlohn Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation. 10,4 Prozent der Betriebe haben nämlich bei Neueinstellungen oder der Wiederbesetzung von Stellen zurückhaltender gehandelt als zuvor. Nach Hochrechnungen sind dadurch bis zu 60.000 Beschäftigungsverhältnisse nicht zustande gekommen. Eine weitere Möglichkeit, auf den gesetzlichen Mindestlohn zu reagieren, ist eine Arbeitsverdichtung oder die Reduzierung der Arbeitszeit. 18 Prozent der Unternehmen gaben an, solche Maßnahmen ergriffen zu haben, weitere 4 Prozent planen das.

Quelle: IAB

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