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Privatinsolvenz: Dauer soll verkürzt werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.07.2012

Statt nach sechs Jahren könnten Schuldner in Zukunft schon nach drei wieder schuldenfrei sein – wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Die Pläne der Bundesregierung betreffen aber nicht nur die Dauer der Privatinsolvenz, sondern sollen auch weitere Anpassungen mit sich bringen.

Bislang ist bei der Privatinsolvenz die Dauer auf sechs Jahre angesetzt. Eine Neuregelung des Bundeskabinetts soll nun eine Verkürzung auf drei Jahre ermöglichen. Dieses Vorhaben ist nicht nur eine gute Nachricht für Betroffene, sondern soll auch für Gläubiger Vorteile mit sich bringen.

Privatinsolvenz: Dauer nur unter bestimmten Bedingungen reduzierbar

Konkret sieht der neue Gesetzentwurf vor, dass bei einer Privatinsolvenz die Dauer auf drei Jahre verkürzt werden kann, sofern der Schuldner innerhalb dieser Zeit die Verfahrenskosten sowie mindestens ein Viertel der Gläubigerforderungen zahlt. Begleicht er nur die Verfahrenskosten, wird die Insolvenzzeit immerhin auf fünf Jahre reduziert.

Vorteile auch für Gläubiger

Der Vorteil für Schuldner liegt auf der Hand. Auf diese Art werde Personen "die in eine finanzielle Notsituation geraten sind, schneller als bisher eine zweite Chance eröffnet", fasst Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) zusammen. Doch auch Gläubigern soll es zugutekommen, wenn bei der Privatinsolvenz die Dauer potenziell reduzierbar ist. So könnte eine mögliche Verkürzung den nötigen Anreiz schaffen, die Schulden schneller abzubauen.

Weitere Anpassungen geplant

Neben der minimalen Dauer einer Privatinsolvenz sieht der Gesetzentwurf auch noch zwei weitere Veränderungen vor. Zum einen soll die Verpflichtung zu einem außergerichtlichen Einigungsversuch entfallen, sofern dieser offensichtlich nicht möglich ist. Zum anderen ist es vorgesehen, Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften unter einen ähnlichen Schutz zu stellen wie Mieter.

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