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Provisionen: Berater stehen vor Gewissenskonflikt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.02.2014

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit Provisionen von Finanzberatern. Laut dem Ergebnis führt das aktuelle System bei der Anlageberatung zu einem Gewissenskonflikt. Nicht der beste Berater verdient das Geld und wird belohnt, sondern derjenige, der die profitabelsten Produkte verkauft. Das Interesse des Kunden spielt demnach keine Rolle.

Eine aktuelle Studie des CFA Institutes, eines globalen Non-Profit-Berufsverbands für Investment Manager, Finanzanalysten und professionelle Anleger, hat ergeben, dass Provisionen für Berater zu einem Interessenskonflikt führen. So belohnen Provisionen nicht für eine gute Anlageberatung von Privatkunden, sondern forcieren den Verkauf bestimmter Finanzprodukte.

Anlageberatung – eine große Herausforderung

Mit 70 Prozent der Befragten Finanzexperten gestand der Großteil, dass die Provisionen sie vor eine große Herausforderung stellen. Demnach sorge das Anreizsystem der Provisionen dafür, dass der Verkauf von Finanzprodukten mit umfangreichen Rückvergütungen oder Volumenverträgen, bei denen Berater prozentual am Anlagebetrag beteiligt werden, attraktiver sei, als die Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Die Herausgeber der Studie fordern daher, das Provisionssystem international anzupassen. Ein komplettes Verbot von Provisionen dürfe es aber nicht geben, heißt es in der Studie.

Provisionen helfen Kleinanlegern

Die Abschaffung von Provisionen würde nach Ansicht von 81 Prozent der Befragten die Qualität der Anlageberatung nicht verbessern. Ohne Provisionen würden kleinere Privatanleger zunehmend uninteressante Kunden werden und die Berater könnten sich ausschließlich auf Großkunden konzentrieren, die angemessene Honorare zahlen. Als Alternative zu einem Provisionsverbot sprachen sich die Befragten für drei Lösungsvorschläge aus:

  • Einführung einheitlicher Standards für die Kostenoffenlegung
  • Abschaffung spezifischer Volumenverträge und gestaffelter Provisionssätze
  • Einheitliche Provisionen als Teil der Managementgebühr in klar nachvollziehbaren Produktkategorien

Bereits im Oktober 2013 kam eine Studie des CFA Institutes zu dem Ergebnis, dass die Provisionen viele Berater bei der Anlageberatung in einen Gewissenskonflikt bringen. Ein transparenteres und ausgeglicheneres Provisionssystem sei daher erforderlich, sagt Susan Spinner, Geschäftsführerin der CFA Society Germany. Nebenkosten von Anlageprodukten wie Provisionen oder Gebühren wirken sich zudem negativ auf die Rendite aus.

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