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Lohnentwicklung in Deutschland: Reallöhne sinken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.02.2013

Die deutschen Arbeitnehmer zählen bislang zu den großen Verlierern der Dekade. Die Reallöhne haben sich in den vergangenen Jahren verringert und verharren unter dem Niveau des Jahres 2000. Experten sehen dafür auch den Niedriglohnsektor verantwortlich. Deutlich besser sieht es hingegen bei Unternehmensgewinnen und Kapitalerträgen aus.

Die Lohnentwicklung in Deutschland zeigt eine deutliche Tendenz: Die Reallöhne sinken seit der Jahrtausendwende. Das geht aus einer Erklärung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hervor. Deutsche Arbeitnehmer verdienen demnach im Durchschnitt rund 1,8 Prozent weniger als noch im Jahr 2000. Lediglich Unternehmen konnten sich über steigende Gewinne freuen. Experten sehen vor allem den Niedriglohnsektor als problematisch an.

Lohnentwicklung in Deutschland in den letzten Jahren

Aus der Studie des Institutes geht aber auch hervor, dass die Brutto-Löhne in den vergangenen drei Jahren wieder leicht gestiegen sind. Wie Reinhard Bispinck, Experte des WSI, erklärte, reichten diese Lohnsteigerungen jedoch nicht aus, um die zuvor gesunkenen Löhne auszugleichen. Insgesamt seien die Reallöhne gegenüber dem Jahr 2000 um insgesamt 1,8 Prozent gesunken. Eine Ausnahme von diesem Trend stellen allerdings die Tariflöhne in Deutschland dar. Diese sind um 6,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 gestiegen.

Gründe für die Entwicklung

Die Experten des WSI sehen für diese Entwicklung vor allem drei Faktoren verantwortlich:

  • Konjunkturelle Probleme: Die finanz- und wirtschaftspolitische Entwicklung in Europa wirkt sich auf die deutsche Wirtschaft und damit auch auf die Löhne deutscher Arbeitnehmer aus.
  • Politische Reformen: Besonders die Hartz-Reformen haben zu einer Wende auf dem Arbeitsmarkt geführt.
  • Niedriglohnsektor: Als Ergebnis der politischen Reformen ist eine Vielzahl von Niedriglohn-Arbeitsplätzen entstanden, die das allgemeine Lohngefüge nach unten korrigieren.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sind die Löhne in den vergangenen Jahren allerdings gestiegen. Nach Abzug der Inflationsrate sind die Löhne demnach im Jahr 2012 noch um 0,6 Prozent gestiegen.

Forderung nach Gehaltserhöhungen

Anders als die Reallöhne haben sich jedoch die Unternehmensgewinne und das Einkommen aus Vermögen entwickelt: Während die Lohnentwicklung in Deutschland erst vor einer Trendwende steht, konnten die deutschen Unternehmen ihre Gewinne zwischen 2000 und 2012 um gut 50 Prozent steigern. Als Folge der Studie des WSI haben die Gewerkschaften der verschiedenen Branchen Gehaltserhöhungen zwischen fünf und sechs Prozent gefordert.

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