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Reallöhne: Stärkster Anstieg seit 2008

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.09.2015

Die geringe Inflation und eine Nominallohn-Steigerung in vielen Branchen haben dafür gesorgt, dass die Reallöhne im zweiten Quartal 2015 so stark gestiegen sind wie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2008 nicht. Auch der Mindestlohn scheint sich bezahlt zu machen: So fällt die Lohnsteigerung in unteren Gehaltsgruppen besonders hoch aus.

Arbeitgeber in Deutschland hatten im zweiten Quartal dieses Jahres wieder mehr Geld auf dem Girokonto, über das sie frei verfügen konnten. Laut Statistischem Bundesamt sind die Reallöhne zwischen April und Juni um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen – der höchste Zuwachs seit Beginn der Erhebung im Jahr 2008. Reallöhnen geben die Kaufkraft des Einkommens an. Es handelt sich um den inflationsbereinigten Nominallohn. Der Nominallohn ist als tatsächlich gezahltes Arbeitsentgelt definiert.

Reallöhne steigen aufgrund von Lohnerhöhungen und geringer Inflation

Auch der Nominallohn ist gestiegen, und zwar um 3,2 Prozent. Eine stärkere Steigung gab es nur im 2. Quartal 2008 (+ 3,8 Prozent), im 1. Quartal 2011 (+ 3,9 Prozent) und im 2. Quartal 2011 (+4,0 Prozent). Bei Frauen und Männern gibt es keinen Unterschied, wohl aber zwischen Ost und West. So sind die Löhne in den neuen Bundesländern mit 4,6 Prozent wesentlich stärker gestiegen als in den alten mit 3,1 Prozent. In der gesamten Bundesrepublik verdienten Vollzeitbeschäftigte im zweiten Quartal durchschnittlich 3.616 Euro brutto im Monat. Da die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal nur um 0,5 Prozent zulegten, fällt die Steigerung der Reallöhne noch stärker aus.

Geringverdiener verzeichnen die höchste Reallohn-Steigerung

Der Nominallohn ist vor allem in den Branchen gestiegen, in denen es jüngst Tariferhöhungen gab: im verarbeitenden Gewerbe sowie in der öffentlichen Verwaltung (jeweils 3,3 Prozent) und im Gastgewerbe (3,2 Prozent). Besonders profitiert haben geringfügige Beschäftigte. Ihr Nominallohn ist um 5 Prozent gestiegen. Dies deutet auf positive Auswirkungen des seit 1. Januar 2015 geltenden Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro brutto pro Stunde hin. Das Statistische Bundesamt weist jedoch darauf hin, dass sich der genaue Einfluss der gesetzlichen Lohnuntergrenze nicht in Zahlen messen lasse.

 

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