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Refinanzierung: Banken brauchen keine Sparer mehr

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.03.2015

Banken kommen so günstig an Geld, dass der Sparer als Kapitalgeber für die Refinanzierung immer uninteressanter wird. Die Folgen zeigen sich zum Beispiel beim Tagesgeld. Doch trotz Minizinsen steigen die Spareinlagen weiter, weil den Sparern die sicheren Alternativen fehlen. Ohne Mut zur Wertpapieranlage werden Verbraucher mittelfristig das Nachsehen haben.

Die Zinsen auf täglich fällige Einlagen wie zum Beispiel Tagesgeldkonten sinken stetig. Jetzt kündigten fünf Banken erneut Zinssenkungen an. Für Sparer spitzt sich die Lage damit weiter zu, denn mit klassischen Anlageformen lässt sich immer weniger Rendite erzielen. Ein Grund für die niedrigen Sparzinsen liegt laut der „Welt“ darin, dass die Banken für ihre Refinanzierung nicht mehr so stark auf private Spareinlagen angewiesen sind.
 

Schlechte Zeiten für Sparer

Bei den großen Banken erhalten Sparer bereits seit längerer Zeit nur noch Kleinstzinsen auf ihre Einlagen. Seit 2009 sind die durchschnittlichen Zinsen auf täglich fällige Einlagen drastisch gefallen.

Entwicklung der Zinsen auf täglich fällige einlagen privater Haushalte

Zuletzt konnten Kunden jedoch durch einen Tagesgeld-Vergleich noch einige Anbieter ausfindig machen, die Zinsen um knapp ein Prozent boten. Doch jetzt kündigten mit Sberbank Direct, Wüstenrot direct, Volkswagen Bank, Audi Bank und ING-DiBa gleich fünf Anbieter an, die Zinsen zu senken. Die Anzahl der Anbieter, die Zinskonditionen um zumindest knapp ein Prozent bieten, reduziert sich dadurch deutlich. Dennoch stiegen die Gesamtspareinlagen laut Angaben der Bundesbank seit dem Beginn der Niedrigzinsphase von rund 530 Milliarden im Jahr 2009 auf aktuell über eine Billion Euro. Dabei sind die Banken auf das Geld der privaten Sparer gar nicht angewiesen. Sie können ihre Refinanzierung dank niedriger Zinsen über attraktive Alternativen realisieren.
 

EZB und Großkunden sorgen für günstige Refinanzierung

Das Bankgeschäft funktioniert in seiner klassischen Form so, dass ein Finanzinstitut Geld verleiht, welches es über Spareinlagen generiert. Durch die im Vergleich zu den Einlagezinsen höheren Kreditzinsen erwirtschaftet eine Bank Gewinne. Je niedriger die Zinskosten für Einlagen, desto höher die mögliche Gewinnmarge. Momentan erhalten die Banken jedoch so günstig Geld von der Europäischen Zentralbank (EZB) und größeren Geschäftskunden, dass sie für ihre Refinanzierung nicht mehr auf das Geld der Sparer angewiesen sind. „Unsere Kundeneinlagen müssen nicht mehr steigen, die Refinanzierungsalternativen sind für uns derzeit sehr attraktiv“, sagt Frank Witter, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Financial Services gegenüber der „Welt“.
 

Sparer in der Sackgasse

Weil viele Privatanleger trotz Niedrigzinsen den Schritt zu einer Wertpapieranlage scheuen und ihre Guthaben lieber weiterhin auf den sicheren klassischen Anlageformen parken, erhalten die Banken Kapital, welches im Marktvergleich teuer ist. Weitere Zinssenkunken bis hin zu Negativzinsen könnten die logische Folge dieser Tendenz sein. Sparer sind daher gut beraten, ihre Anlagestrategie zu überdenken. Durch einen Geldanlage-Vergleich können Anlageformen ausfindig gemacht werden, welche höhere Renditechancen bieten und der eigenen Risikobereitschaft entsprechen.
 

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