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Lebenserwartung soll über Rente bestimmen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.03.2013

Mit der steigenden Lebenserwartung in Deutschland steigt auch die durchschnittliche Bezugsdauer der Rente immer weiter an. Das traditionelle System könnte bald einem variablen Renteneintritt weichen. Zudem fordern viele Experten die Anhebung der Wochenarbeitszeit um fünf Stunden, um so den kommenden Fachkräftemangel abzufedern.

Im vergangenen Jahr ist die Lebenserwartung in Deutschland erneut gestiegen. Um die steigenden Kosten der Rentenkassen auszugleichen, fordert der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) nun eine Reform des Rentensystems: Statt einer starren Altersvorgabe soll der Renteneintritt ab 2029 in Abhängigkeit von der Lebenserwartung kontinuierlich steigen.

Sechs Monate mehr Arbeit pro zusätzliches Lebensjahr?

Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, spricht sich für eine radikale Reform des Rentensystems aus: Durch die steigende Lebenserwartung in Deutschland soll sich der Renteneintritt pro zusätzliches Jahr Lebenserwartung um echs Monate verschieben. Nur durch die länger eingezahlten Beiträge können ihm zufolge die Rentenkassen aufrechterhalten werden.

Kontinuierlich Entwicklung

Seit 1871 hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland mehr als verdoppelt. Auch im Jahr 2012 ist das durchschnittliche Lebensalter erneut gestiegen.

Durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland

Pro Jahrzehnt steigt die Lebenserwartung um rund zwei Jahre. Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg fordert, dass der Renteneintritt in spätestens 15 Jahren auf über 67 Jahre angehoben werde. "Sonst können wir die Rentenkasse nicht stabil halten und den Wohlstand im Alter sichern", so der Experte.

Kommender Fachkräftemangel

Doch nicht nur der Renteneintritt soll reformiert werden: Auch eine Anhebung der wöchentlichen Arbeitszeit ist im Gespräch. Das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) schlug jüngst eine Anhebung der Arbeitszeit um fünf Stunden vor, um den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in Deutschland auszugleichen. Möglich sei aber auch die Verlagerung von Teilzeit- in Vollzeitanstellungen. Nach Berechnungen von Hilmar Schneider, Experte des IZA, in Deutschland in den kommenden Jahren rund 500.000 Arbeitnehmer jährlich fehlen.

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