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Rentenerhöhung macht viele Rentner steuerpflichtig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.04.2016

Groß war die Freude der deutschen Ruheständler über die deutliche Rentenerhöhung zum Juli. Nun bekommt sie für einige einen bitteren Beigeschmack. Denn viele Rentner werden dadurch erstmals steuerpflichtig. Der Staatskasse beschert dies erhebliche Mehreinnahmen bei der Einkommenssteuer.

160.000 Rentner werden infolge der zum 1. Juli anstehenden Rentenerhöhung erstmals steuerpflichtig. Dies geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministers an den Bundestag hervor, wie die WAZ und andere Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Nach Rentenerhöhung zahlt jeder Fünfte Einkommenssteuer

Die Freude über die stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren dürfte damit einen deutlichen Dämpfer erhalten. Die Renten steigen zwar zum 1. Juli um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten. Doch bei etwa jedem fünften der 20 Millionen Rentner wird das Plus an Rente, das tatsächlich auf dem Girokonto verfügbar ist, geringer ausfallen, als zunächst angenommen. Insgesamt werden 2017 etwa 4,4 Millionen Rentner steuerpflichtig und müssen Einkommenssteuer auf ihre Altersbezüge zahlen. Dem Staat würden durch die Rentenerhöhung 2017 zusätzlich 720 Millionen an Einkommenssteuer in die Kassen gespült, heißt es in dem Bericht. Allerdings entstehen dem Bund durch die anstehende Rentenerhöhung auch Mehrkosten in Höhe von 12,7 Milliarden Euro.

Jährlich wachsende Zahl steuerpflichtiger Rentner

Die deutlich wachsende Anzahl an steuerpflichtigen Rentnern ist jedoch nicht allein der massiven Rentenerhöhung zuzuschreiben. Bereits seit dem 1. Januar 2005 ist die Rentenbesteuerung in Kraft. Das Gesetz sieht eine schrittweise ansteigende Besteuerung von Altersbezügen vor. Daher werden jährlich mehr Ruheständler steuerpflichtig. Bei der Einführung der Rentenbesteuerung 2005 mussten Neu-Rentner ihre Bezüge zu 50 Prozent versteuern. Bei Arbeitnehmern, die 2016 in Rente gehen, werden bereits 72 Prozent der Altersbezüge bei der Besteuerung mit einbezogen.

Derzeit liegt der Grundfreibetrag bei 8.652 Euro pro Jahr. Übersteigen die Rentenbezüge diesen Betrag, müssen Ruheständler Einkommenssteuer zahlen. Steuerpflichtige Rentner können in ihrer Steuererklärung im Gegenzug Aufwendungen für Vorsorge oder auch Krankheitskosten absetzen.

Quelle: WAZ

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