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280 Millionen Euro Überschuss in der Rentenkasse

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.08.2015

Nachdem fünf Monate lang ein Minus in der Rentenkasse herrschte, hat die deutsche Rentenversicherung im Juni erstmals wieder mehr eingenommen als ausgegeben. Das überraschende Plus in Höhe von 280 Millionen Euro ist auf die gute Wirtschaftsentwicklung zurückzuführen. Experten aus der Union fordern nun eine weitere Senkung des Rentenbeitrags.

Bereits vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Deutsche Rentenversicherung in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro mehr einnehmen wird, als prognostiziert wurde. Im Juni machte sich die positive Entwicklung bereits bemerkbar. So hat das „Handelsblatt“ vorab erfahren, dass die Rentenkasse im Juni mit 280 Millionen Euro im Plus steht.

Überschuss in der Rentenkasse aufgrund höherer Beitragseinnahmen

Trotz einer Senkung des Rentenbeitrags Anfang des Jahres, der Einführung der Mütterrente und der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren flossen in der ersten Jahreshälfte 2015 mehr Beitragseinnahmen als im Vorjahreszeitraum in die Rentenkasse. So lag der Rentenbeitrag seit Beginn des Jahres monatlich zwischen 1,8 und 4,2 Prozent über den Werten von 2014. Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß erklärt das Plus in der Rentenkasse mit der guten Wirtschaftsentwicklung. Diese hätten die Einnahmeausfälle aufgrund der Senkung des Rentenbeitrags mehr als ausgeglichen.

Unionspolitiker fordern Senkung des Rentenbeitrags

Wirtschaftspolitiker der CDU und CSU fordern nun, aufgrund des unerwarteten Plus in der Rentenkasse den gesetzlichen Rentenbeitrag von derzeit 18,7 Prozent weiter zu senken. Bereits zum Jahreswechsel waren die monatlichen Abzüge für die Rentenversicherung um 0,2 Prozentpunkte gesunken. „Die Sozialkassen sind keine Sparkassen“, sagte der Chef der Mittelstandsvereinigung der Union, Carsten Linnemann, dem Handelsblatt. „Das Geld gehört den Beitragszahlern und muss zurückgegeben werden.“

Gewerkschaften wollen Puffer lieber in Reserve stecken

Die Gewerkschaften dagegen mahnen, den Überschuss lieber als Puffer für die Zeit zu verwenden, wenn die sogenannten Baby-Boomer, also die geburtenstarken Jahrgänge ab 1955, in den Ruhestand treten. „Nur weil die Beitragseinnahmen im Augenblick gerade sprudeln, sollten wir sie nicht durch eine Beitragssenkung wieder verpulvern“, sagte Annelie Buntenbach, Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Aufgrund des demografischen Wandels warnen Experten davor, dass die Beiträge aus der gesetzlichen Rentenkasse in Zukunft nicht mehr ausreichen werden, um den Lebensstandard nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu sichern. Der Staat fördert daher seit Langem private Formen der Altersvorsorge wie zum Beispiel die Riester-Rente.

Nächste Erhöhung des Rentenbeitrags 2019

Der Rentenbeitrag soll nach den Plänen der Bundesregierung 2019 erneut erhöht werden. Ursprünglich war von einer Beitragserhöhung von aktuell 18,7 auf 19,1 Prozent ausgegangen worden. Angesichts der unerwartet hohen Einnahmen der Rentenkassen deuten die jüngsten Prognosen des Schätzerkreises aus Vertretern der Rentenversicherung und des Bundesarbeitsministeriums an, dass eine Erhöhung des Rentenbeitrags um 0,1 Prozentpunkte auf 18,8 Prozent ausreichend sein könnte.

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