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Rentenpolitik: DGB fordert Veränderungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.09.2016

Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sind Anpassungen in der Rentenpolitik nötig. Das Rentenniveau werde andernfalls immer weiter sinken. Mit dem Vorschlag des DGB, deshalb den Beitragssatz zu erhöhen, können sich die Arbeitgeberverbände allerdings nicht anfreunden.

Der DGB kritisiert die aktuelle Rentenpolitik und fordert Veränderungen, um zu verhindern, dass die aktuell junge Generation in ihrem Ruhestand mit einem deutlich niedrigeren Rentenniveau leben muss. DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann findet dabei deutliche Worte.

DGB warnt vor sinkendem Rentenniveau

Sofern kein Kurswechsel in der Rentenpolitik eingeleitet werde, sei für die Jahre 2040 oder 2050 ein deutlich geringeres Rentenniveau zu erwarten, erklärte Hoffmann laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) bei einer Veranstaltung in Berlin. Diese Entwicklung müsse verhindert werden. Das Niveau der gesetzlichen Rente solle langfristig sogar ansteigen, weil den Beziehern nur dann ein Leben in Würde möglich sei. Dafür müsse der Beitragssatz schrittweise von heute 18,7 auf 22 Prozent erhöht werden. Auch die betriebliche Altersvorsorge bedarf seiner Ansicht nach einer Stärkung. Für Empfänger von Erwerbsminderungsrenten seien ebenfalls Verbesserungen angebracht. Langfristig spricht sich Hoffmann für den Umbau der Rentenversicherung in eine Erwerbstätigenversicherung aus, in die dann auch Selbstständige und Beamte einzahlen würden. Gleichzeitig stellt er klar: „Eine Heraufsetzung des Renteneintrittsalters oder Leistungskürzungen sind mit den Gewerkschaften nicht zu machen.“

Arbeitgeberverbände verteidigen Rentenpolitik

Die Vorschläge des DGB stoßen allerdings auf Kritik in der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA). Deren Präsident Ingo Kramer warnt in der FAZ: „In der Rentenversicherung muss es weiter einen fairen Ausgleich zwischen Jung und Alt geben. An den richtigen Grundsatzentscheidungen zum Rentenniveau, zum Beitragssatz und zur Altersgrenze muss festgehalten werden.“ Einen Sturzflug der Renten hält er für unrealistisch, die Gewerkschaften würden unnötig Ängste schüren. Mit dem Vorschlag des DGB, den Beitragssatz weiter zu erhöhen, würde die junge Generation noch stärker mit den Kosten der Alterung belastet.

Quelle: FAZ

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