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Rentenversicherung nimmt mehr ein als erwartet

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.07.2015

Die finanzielle Lage der Deutsche Rentenversicherung sieht rosiger aus als erwartet. Der Rentenbeitrag könnte ab 2019 weniger stark steigen als zuletzt angenommen. Anstatt mit einer Erhöhung um 0,4 Prozentpunkte können Arbeitnehmer nun damit rechnen, dass die Abzüge für die gesetzliche Altersvorsorge nur noch um 0,1 auf 18,8 Prozent steigen.

Die Deutsche Rentenversicherung steht finanziell unerwartet gut da. Aufgrund geringer Arbeitslosigkeit und einem Anstieg der Löhne wird der Träger der gesetzlichen Rente in Deutschland dieses Jahr über den Rentenbeitrag mehr einnehmen als prognostiziert wurde, berichtet das „Handelsblatt“. Von dem unerwarteten Plus in Höhe von rund zwei Milliarden Euro dürften auch die Beitragszahler profitieren.

Rentenbeitrag steigt 2019 wohl nur auf 18,8 Prozent

Noch im Mai war eine Erhöhung des Rentenbeitrags von aktuell 18,7 auf 19,1 Prozent im Jahr im Gespräch. Diese Steigerung dürfte aufgrund der größeren Reserven in der Rentenkasse nun erst einmal vom Tisch sein. Laut Berechnungen des Schätzerkreises aus Vertretern der Rentenversicherung und des Bundesarbeitsministeriums könnte die 2019 anstehende Beitragserhöhung für die gesetzliche Rente nun auf 0,1 Prozent beschränkt bleiben. Damit müssten Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Zukunft monatlich jeweils einen Rentenbeitrag in Höhe von 18,8 Prozent des Bruttogehalts zahlen. Bis 2018 werde der Beitragssatz stabil bei aktuell 18,7 Prozent bleiben, teilte die Deutsche Rentenversicherung mit.

Rentenkasse wird nicht dauerhaft prall gefüllt sein

Die positive Arbeitsmarktentwicklung vermochte die Rentenkasse trotz Ausgaben für die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63 gut zu füllen: Die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage wird Ende des Jahres voraussichtlich 33,4 Milliarden Euro betragen, zwei Milliarden mehr als noch im Mai angenommen. Dennoch steht nicht unbegrenzt Kapital zur Verfügung. Die Bundesvertreterversammlung der Rentenversicherung hatte erst Anfang des Monats davor gewarnt, dass finanzielle Engpässe drohen können, wenn die Mindestreserve nicht angehoben wird.

Dieses Szenario ist angesichts der hohen Einnahmen vorerst zwar nicht aktuell. Insbesondere jüngere Arbeitnehmer sollten sich dennoch im Klaren darüber sein, dass die gesetzliche Rente angesichts des demografischen Wandels in Zukunft kaum zur Sicherung des Lebensstandards ausreichen wird. Um eine Rentenlücke im Alter zu vermeiden, wird in den meisten Fällen eine zusätzliche private Altersvorsorge erforderlich sein.

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