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Rentner: Erwerbstätigkeit und Altersarmut steigen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.08.2015

Fast jeder Siebte der Generation 65+ arbeitet noch, obwohl er schon seinen Ruhestand genießen könnte. Die Erwerbstätigkeit der Rentner hat sich im vergangenen Jahrzehnt fast verdoppelt. Betroffen sind vor allem Männer und Selbstständige. Auch die Altersarmut hat zugenommen. Den neuesten Zahlen zufolge sind 500.000 Rentner auf staatliche Grundsicherung angewiesen.

Im Vorjahr haben 14 Prozent der 65- bis 69-Jährigen noch gearbeitet. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Erwerbstätigkeit in der Generation hat sich damit seit 2005 mehr als verdoppelt. Damals standen in dieser Altersgruppe nur noch 6 Prozent in Lohn und Brot.

Erwerbstätigkeit ab 65 ist in Estland am häufigsten

Was die Erwerbstätigkeit im Rentenalter betrifft, gibt es deutliche Geschlechterunterschiede. Von den Frauen der Generation 65 plus arbeiteten 2014 noch 10 Prozent, bei den gleichaltrigen Männern waren es 17 Prozent. Auch Selbstständige arbeiten überdurchschnittlich oft noch Rentenalter. Fast 40 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 65 und 69 Jahren waren zuvor selbstständig oder mithelfende Familienangehörige. Im EU-Schnitt liegt Deutschland bei der Erwerbstätigkeit im Alter im oberen Mittelfeld auf Platz 11. Spitzenreiter ist Estland. Mit 26,5 Prozent sind in der Baltikum-Republik doppelt so viele Menschen über 65 erwerbstätig wie in Deutschland. Es folgen Rumänen und Schweden. Nur selten arbeiten Rentner in der Slowakei (4,2 Prozent) sowie in Ungarn und Spanien (jeweils 4,3 Prozent).

Altersarmut: Alleinstehende Frauen sind besonders gefährdet

Dass nicht alle Rentner aus freien Stücken weiterarbeiten, legen die Zahlen zur Altersarmut nahe. Demnach bezogen Ende 2014 499.295 Personen über 65 Jahren Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch. Zehn Jahre zuvor war nur knapp die Hälfte auf Hilfe vom Staat zum Überleben angewiesen. Ohne private Altersvorsorge reichen die Leistungen der gesetzlichen Rente heute offenbar oftmals nicht aus.

Aktuell haben vor allem alleinstehende Frauen der Generation 65+ Schwierigkeiten, über finanziell die Runden zu kommen. Ihnen stehen im Schnitt weniger als 900 Euro monatlich zur Verfügung. Von den liierten oder verheirateten Frauen im Rentenalter ist jede Vierte auf die Einnahmen des Mannes angewiesen. Überraschend sind diese Zahlen nicht: In den vergangenen Monaten hat es immer wieder Studien und Erhebungen gegeben, die auf zunehmende Altersarmut hingewiesen haben.

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