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Riester: Ökonomen kritisieren staatliche Förderung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.02.2016

Die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge durch die Riester-Rente steht in der Kritik: Experten bezeichnen sie als ineffizient und fordern ihre Abschaffung. Gerade in der Niedrigzinsphase erweist sich die Riester-Rente nach Meinung der Ökonomen nicht als sinnvoll und sollte durch Alternativen abgelöst werden.

Führende Ökonomen sehen die staatliche Förderung der Altersvorsorge durch die Riester-Rente als gescheitert an und fordern deren Abschaffung. „Die Riester-Rente ist hochgradig ineffizient; ein Großteil der Beiträge geht für Verwaltung und Provisionen drauf“, sagte zum Beispiel Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gegenüber dem „Spiegel“.

Kritik: Staatliche Förderung falsch aufgestellt

Auch Clemens Fuest, der designierte Chef des Ifo-Instituts, bezeichnet die private Altersvorsorge mit staatlichem Zuschuss als „grundlegend falsch aufgestellt“. Dadurch erfolge eine Subventionierung von Menschen, die ohnehin sparen würden, und damit eine Umverteilung zugunsten von Gutverdienern. Mit der Einführung der Riester-Rente 2001 wurde das gesetzliche Rentenniveau um vier Prozent gesenkt, dafür erhalten Sparer, die jährlich vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, eine staatliche Förderung von 154 Euro pro Jahr zuzüglich eventueller Zulagen.

Niedrigzinsphase als Belastung

Christian Bäumler, der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“, die Riester-Rente sei „spätestens mit der Niedrigzinsphase an die Wand gefahren“. Der ehemalige Arbeits- und Sozialminister Walter Riester habe damit „der Altersarmut von Normalverdienern den Weg bereitet“. Nach Bäumlers Ansicht wäre es deshalb am sinnvollsten, das Rentenniveau wieder um vier Prozent anzuheben. Die Niedrigzinsphase betrifft alle vier Varianten der Riester-Rente und trägt dazu bei, dass die staatliche Förderung bei der Altersvorsorge zurzeit in der Kritik steht.

Was sind Alternativen zur Riester-Rente?

Die Experten sind der Ansicht, dass der Staat andere Formen der privaten Vorsorge fördern müsse. Zum Beispiel schlägt der Ökonom Peter Bofinger einen „Schäuble-Bond“ vor und meint damit eine Staatsanleihe mit ein bis zwei Prozent Zinsaufschlag, der daran gebunden ist, dass die Sparer sie für die private Altersvorsorge nutzen. DIW-Chef Marcel Fratzscher orientiert sich mit seinem Vorschlag an den USA: Dort erhält ein Arbeitnehmer attraktive staatliche Förderung für seine Altersvorsorge, ist in der Gestaltung aber weitgehend frei.

Widerstand gegen Kritiker

Zur geforderten Abschaffung der Riester Rente gibt es aber bereits einige Gegenstimmen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und einige Versicherer sind der Ansicht, die Politik sollte die seit 15 Jahren unveränderten Fördergrenzen der Riester-Rente erhöhen. "Denn für die gleiche Altersrente ist nun einmal mehr Kapital erforderlich als bei einem höheren Zinsniveau."

Der Dachverband GDV schlägt vor, die Grundzulage von derzeit 154 Euro auf mindestens 200 Euro anzuheben. Außerdem soll die Kinderzulage zukünftig 300 Euro betragen (derzeit liegt sie bei 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder). Für die Forderung des GDV wären allerdings einige hundert Millionen Euro im Jahr nötig. Deshalb ist eine Erhöhung der Fördergrenzen eher unwahrscheinlich. Denn schon jetzt kostet die Riester-Förderung den Staat insgesamt etwa drei Milliarden Euro im Jahr.

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