Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Immobilienkredite: Kreditverkauf möglich?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 26.02.2013

Finanzinvestoren sorgen gelegentlich medienwirksam für Aufsehen: Sie kaufen die Immobilienkredite kleiner Kreditnehmer und treiben anschließend die Kreditsumme ein. Verbraucher werden zwar durch das Risikobegrenzungsgesetz geschützt, doch können sie auch selbst Maßnahmen gegen einen Kreditverkauf treffen.

Bereits im Jahr 2009 entschied der Bundesgerichtshof, dass Banken die Immobilienkredite ihrer Kunden weiterverkaufen dürfen. Besonders in Zeiten, in denen die Baugeldzinsen auf einem historischen Tief stehen und die Baufinanzierung daher besonders attraktiv ist, sorgt das Urteil für eine gewisse Brisanz. Tatsächlich werden die Risiken eines Kreditverkaufs aber durch das Risikobegrenzungsgesetz eingeschränkt: Die Rückforderung der Darlehenssumme ist nur nach einer außerordentlichen Kündigung möglich.

Übergang von Krediten

Bei einem Kreditverkauf werden Darlehen mit den dazugehörigen Forderungen gegen den Kreditnehmer auf einen Dritten übertragen. Häufig handelt es sich bei dem Dritten um institutionelle Investoren, die anschließend den noch offenen Betrag sofort eintreiben wollen. Besonders Immobilienkredite sind dabei das Ziel, da hier unter Umständen auch eine Zwangsvollstreckung der Immobilie möglich ist. Tatsächlich ist der Verkauf eines Kredites seit 2009 grundsätzlich zulässig, da so das Risiko der Banken bei der Kreditvergabe minimiert werden kann.

Gesetzlicher Verbraucherschutz durch das Risikobegrenzungsgesetz

Doch schon im August 2008 trat das Risikobegrenzungsgesetz in Kraft. Dieses regelt, unter welchen Voraussetzungen Immobilienkredite tatsächlich verkauft werden können. So ist der Verkauf grundsätzlich nur möglich, wenn der Kreditnehmer bei Abschluss des Vertrages über diese Möglichkeit aufgeklärt worden ist. Eine außerordentliche Kündigung, die den Kreditkäufer zur Zwangsvollstreckung berechtigt, ist nur aus besonderen Gründen zulässig. Diese ergeben sich etwa dann, wenn der Schuldner mit seinen Ratenzahlungen in Verzug gerät. Der Zahlungsrückstand muss dafür allerdings mindestens 2,5 Prozent der Darlehenssumme betragen.

Auch eine deutliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Kreditnehmers sowie ein Wertverfall der als Sicherheit dienenden Immobilie zählen grundsätzlich ebenfalls als Grund für eine außerordentliche Kündigung. Betreibt der Kreditkäufer jedoch unberechtigterweise eine Zwangsvollstreckung, ist er schadensersatzpflichtig.

Sichere Immobilienkredite

Verbraucher haben durchaus Möglichkeiten einen Kreditverkauf zu verhindern:

  • Gegen einen Zinsaufschlag, der häufig bei 0,2 Prozent liegt, erklären sich viele Banken dazu bereit, einen Kreditverkauf auszuschließen. Den Kreditnehmern entstehen dadurch aber oft Kosten im fünfstelligen Bereich.
  • Auch Kunden, die eine außerordentliche Kündigung durch regelmäßige Ratenzahlungen ausschließen, sind nur selten betroffen: Meist werden notleidende Kredite verkauft.

Aktuelle Finanznews

EU-Austritt auch für europäische Unternehmen teuer
EU-Austritt auch für europäische Unternehmen teuer
Der Bexit könnte  mehr europäischen Finanzdienstleistern Probleme bereiten als er der Branche im Vereinigten Königreich selbst schadet. Nach dem EU-Austritt wird Großbritannien voraussichtlich nicht mehr...
Kartenzahlungen weltweit auf neuem Höchststand
Kartenzahlungen weltweit auf neuem Höchststand
„Ich zahle mit Karte!“. Während diese Ansage im Bargeldland Deutschland gelegentlich immer noch für genervtes Augenrollen in den Kassenschlangen sorgt, ist bargeldloses Bezahlen weltweit auf dem Vormarsch....
Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer
Höhere Netzentgelte: Strom wird 2017 teurer
Viele Verbraucher müssen sich für 2017 auf höhere Strompreise einstellen: Zwei große Energieversorger wollen die Netzentgelte im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Zu erwarten sind durchschnittliche Mehrkosten...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen