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Neue EU-Richtlinie: Kunden zahlen Rücksendekosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.06.2014

Am 13. Juni tritt die neue EU-Richtlinie für Verbraucherrechte in Kraft. Während die meisten Verbraucher in Europa zukünftig mehr Rechte haben, müssen deutsche Kunden Einschränkungen hinnehmen und zum Beispiel Rücksendekosten selber tragen. Wer häufig Online-Shops nutzt, sollte seine Einkaufsstrategie anpassen.

Bisher ist online einzukaufen für deutsche Verbraucher sehr komfortabel. Doch durch die Einführung der EU-Richtlinie für Verbraucherrechte wird der Komfort ab dem 13. Juni etwas weniger. Neue Regeln für den Widerruf und die Berechnung der Rücksendekosten schränken die Freiheiten der Kunden ein. Es gibt einiges Neues zu beachten, auch wenn viele Versandhäuser die neuen Regeln nicht ausschöpfen möchten.

Rücksendekosten können dem Kunden berechnet werden

Online-Shoppen geht einfach und schnell. Artikel können bequem bestellt und per Kreditkarte oder Einzug vom Girokonto bezahlt werden. Besonders häufig kaufen deutsche Verbraucher, nach Informationen von „n-tv“, Kleidung und Schuhe online. Dabei werden oft gleich mehrere Größen geordert, die dann zu Hause anprobiert werden können. Der Rest geht kostenlos zurück. Doch diese Einkaufsstrategie geht nach der Einführung der neuen EU-Richtlinie für Verbraucherrechte möglicherweise nicht mehr länger auf. Zukünftig können Händler ihren Kunden die Rücksendekosten berechnen. Bei einer inländischen Bestellung würden dann in der Regel etwa 3,50 Euro Porto pro Rücksendung anfallen - für Lieferungen aus dem europäischen Ausland entsprechend mehr.

Einige der großen Online-Versandunternehmen wollen die Rücksendekosten allerdings auch nach der Einführung der EU-Richtlinie weiterhin für ihre Kunden übernehmen. Verbraucher sollten trotzdem einen Blick in die AGB ihres Händlers werfen, um von Porto-Überraschungen verschont zu bleiben.

Neuerungen auch im Widerrufsrecht

Nicht nur die Rücksendekosten, sondern der gesamte Prozess eines Widerrufs ändert sich durch die neue EU-Richtlinie. Wer nach dem 13. Juni eine Bestellung widerrufen möchte, kann die Ware nicht mehr einfach zurücksenden, sondern muss sein Vorhaben schriftlich oder per Telefon angeben. Damit der Widerruf im Streitfall später einfacher nachgewiesen werden kann, solle er, wenn möglich, immer schriftlich erfolgen. Außerdem ändern sich die gesetzlichen Fristen: Der Widerruf muss grundsätzlich wie bisher innerhalb von zwei Wochen nach Lieferung erfolgen. Weist ein Händler nicht ausreichend auf das Widerrufsrecht hin, hat der Kunde jedoch nur noch ein Jahr Zeit. Bisher konnten Bestellungen teilweise noch nach Jahren zurückgegeben werden, wenn der Händler Fehler bei der Widerrufsbelehrung machte.

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