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Rürup-Rente im Niedrig-Zins-Test

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.04.2015

Niedrige Zinsen erschweren die Altersvorsorge. Umso wichtiger sind die Kosten einer Geldanlage, welche die Realrendite zusätzlich verringern. Jetzt zeigt eine Analyse die Kosten der Rürup-Rente auf: Sie ist eine Altersvorsorgeform, welche zwar auch unter den Minizinsen leidet, aber dafür perfekt zum Steuern sparen geeignet ist und so lohnen kann.

In einer Untersuchung für das „Handelsblatt“ hat das Analysehaus Morgen & Morgen die Rürup-Rente unter die Lupe genommen. Besonders die Effektivkosten dieser privaten Altersvorsorge standen dabei auf dem Prüfstand. Da die niedrigen Zinsen Sparanlagen und Altersvorsorgeprodukte belasten, ist es für Kunden besonders interessant, wie viel Realrendite von den erwirtschafteten Gewinnen übrig bleibt. Neben der Rendite spricht allerdings besonders für Gut- bis Großverdiener ein anderes Argument für die Rürup-Rente, denn durch sie können Sparer eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen und dabei Steuern sparen. Dies kann niedrige Zinsgewinne ausgleichen.

Rürup-Rente: Trotz Steuervorteilen unterschätzt

Die Rürup-Rente ist zwar vielen bekannt, doch nur vergleichsweise wenige Sparer entschließen sich dazu, bei der Altersvorsorge unter anderem auf diese Vorsorgeform zu setzen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, stieg die Zahl der laufenden Policen 2014 nur um rund 100.000 Neuabschlüsse auf aktuell 1,9 Millionen. Dabei hat die steuergeförderte Altersvorsorge gerade im Zinstief ihre Vorteile. Sie lohnt sich nicht allein aufgrund der Zinsen, sondern auch, weil Sparer bis zu 22.172 Euro jährlich absetzen und so Steuern sparen können. Bei entsprechendem Einkommen und Steuersatz kann so bereits beim Einzahlen in die Rürup-Rente Geld gespart und im Umkehrschluss gewonnen werden.

Steuern sparen und von Rendite profitieren

Was die Rürup-Rente für die Altersvorsorge zusätzlich zu den Steuervorteilen bringen kann, hat das Analysehaus Morgen & Morgen ermittelt. Die Analysten gingen dabei von einem Renteneintritt mit 67 Jahren und einem monatlichen Rürup-Rentenbeitrag von 300 Euro aus. Neben der klassischen Rürup-Rente wurden auch fondsbasierte Formen mit und ohne Rentengarantie jeweils über drei verschiedene Laufzeiten untersucht. Das Ergebnis zeigt, dass Sparer, die heute zwölf Jahre lang in eine klassische Rürup-Rente einzahlen, in der Rente mit rund 150 Euro pro Monat rechnen können. Bei längeren Laufzeiten wie 20 oder 30 Jahren fallen die lebenslangen Rentenzahlungen mit durchschnittlich 250 oder 370 Euro entsprechend höher aus. Bei den fondsbasierenden Varianten mit einer garantierten Mindestrente fallen die Garantierenten mit 150 (12 Jahre), 237 (20 Jahre) und 340 Euro (30 Jahre) zwar niedriger aus, dafür bieten diese die Chance auf mögliche höhere Renditen, was auch für die fondsgebundene Rürup-Rente ohne Garantie gilt. Wer heute eine entsprechende fondsgebundene Police abschließt, könnte für die Rente mit deutlichen Aufschlägen rechnen, falls die Überschüsse der Versicherer so bleiben, wie sie aktuell sind. Laut den Berechnungen der Analysten könnten dann folgende monatliche Rentenaufschläge möglich sein: • 50 Euro für 12-jährige Policen • 160 Euro für 20-jährige Policen • 400 Euro für 30-jährige Policen Besonders wichtig für die letztliche Rendite sind die Kosten eines Altersvorsorgeproduktes, denn sie fallen unabhängig von variablen Renditen immer an. Eine Altersvorsorge, die niedrige Kosten sowie attraktive Renditechancen bietet und gleichzeitig dabei hilft Steuern zu sparen, kann besonders für Selbstständige und Gutverdiener interessant sein.

Durchschnittliche Kosten für unterschiedliche Rürup-Renten und Laufzeiten

Art der Rürup-Rente

Kosten/Jahr

über 12 Jahre

Kosten/Jahr

über 20 Jahre

Kosten/Jahr

über 30 Jahre

klassische Rürup-Renten

1,91 Prozent

1,3 Prozent

0,96 Prozent

fondsbasierte Rürup-Renten mit Garantie

2,85 Prozent

3,01 Prozent

2,41 Prozent

fondsbasierte Rürup-Renten ohne Garantie

3,28 Prozent

2,69 Prozent

2,37 Prozent

Datenquelle: „Handelsblatt“/Morgen & Morgen

 

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