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Schadstoff-Abgabe zugunsten von Elektrofahrzeugen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.02.2016

Das Bundesumweltministerium denkt über eine einmalige Abgabe beim Kauf von benzinhungrigen Neuwagen nach. Die Einnahmen könnten zur Subventionierung von Elektrofahrzeugen eingesetzt werden. Um ihr erklärtes Ziel von einer Million zugelassener Elektroautos zumindest ansatzweise zu erreichen, will die Bundesregierung zudem 15.000 zusätzliche Ladestationen für diese einrichten.

Auf Käufer von Neuwagen mit hohem Kraftstoffverbrauch könnte zukünftig die Zahlung einer Schadstoff-Abgabe zukommen, so eine Idee von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Wie die „Neue Westfälische“ (NW) berichtet, könnte der kürzlich diskutierte Bonus als Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge nach dem Willen der Umweltministerin aus dieser Abgabe finanziert werden.

Einmalige Abgabe auf Basis des CO2-Ausstoßes

Diese einmalige Abgabe könnte, so Hendricks‘ Idee, auf Basis des Kohlendioxid-Ausstoßes je gefahrenem Kilometer berechnet werden. Ein solcher Umweltbeitrag könne bei 50 Euro für einen CO2-Ausstoß von 95 Gramm pro Kilometer, einem üblichen Wert für kleinere Autos, beginnen. Für hochmotorisierte Fahrzeuge wie zum Beispiel einen Porsche Cayenne „könnten 1.000 Euro fällig werden“, so die SPD-Politikerin.

Alternativ könnten auch Halter von Diesel-Fahrzeugen stärker in die Pflicht genommen werden. Denn diese würden trotz der höheren Kfz-Steuer insgesamt deutlich weniger Steuern zahlen als die Besitzer von Benzinern. Mit diesem Vorstoß käme das Bundesumweltministerium auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) entgegen, der erklärt hatte, Subventionen für Elektrofahrzeuge nicht aus Steuergeldern finanzieren zu wollen. Er argumentierte, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, den Absatz von Autos zu fördern.

15.000 neue Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Neben den hohen Anschaffungskosten wird auch der Mangel an Ladestationen als Grund für die vergleichsweise geringe Zahl der in Deutschland zugelassenen Elektrofahrzeuge angesehen. So hatte beispielsweise in der vergangenen Woche der Porsche-Chef Oliver Blume die Bundesregierung diesbezüglich scharf kritisiert, berichtet die „NW“: „Man kann nicht fordern, eine Million Elektrofahrzeuge im Land zu haben, ohne einen Beitrag für die Ladeinfrastruktur zu leisten.“

Das Bundesverkehrsministerium reagierte prompt. Der „NW“ zufolge erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nun, 15.000 zusätzliche Ladestationen für Elektroautos aufstellen zu lassen.

Erklärtes Ziel: Eine Million Elektrofahrzeuge bis 2020

Die Bundesregierung hatte das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2020 etwa eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen. Dieses Ziel scheint derzeit kaum noch erreichbar. Anfang 2015 handelte es sich dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge nur bei etwa 19.000 der rund 45 Millionen in Deutschland zugelassenen Autos um Elektrofahrzeuge. Nach Informationen des „Handelsblatts“ wurden im vergangenen Jahr lediglich 12.300 reine Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen.

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