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Starke Schwankungen bei Rentenfonds

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.08.2015

Im Vergleich zu Aktien galten Rentenfonds lange Zeit als sehr risikoarme Anlage. In diesem Jahr unterlagen sie jedoch Schwankungen wie seit über 15 Jahren nicht mehr. Der Grund dafür ist, dass die Anleihefonds aufgrund ihrer rückläufigen Renditen anfälliger für allgemeine Marktturbulenzen sind. Und von der Griechenlandkrise bis zum chinesischen Börsen-Crash gab es davon in diesem Jahr bereits einige.

Rentenfonds mit langfristigen Staats- und Firmenanleihen haben in diesem Jahr die stärksten Kursschwankungen seit der Jahrtausendwende verzeichnet, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Daten des US-Fondsbeobachters Morningstar. Im zweiten Quartal dieses Jahres verzeichneten die Rentenmärkte weltweit einen Verlust 2,2 Prozent – laut der „Bank of America“ das stärkste Minus seit 1996.

Geringere Rendite macht Rentenfonds anfälliger für Kursschwankungen

Der Grund für die hohe Volatilität liegt in den abnehmenden Renditen der Rentenfonds. Auch die Griechenlandkrise, der chinesische Börsencrash und die erwartete Zinswende in den USA sorgen für mehr Unruhe an den Märkten. Davon sind nicht mehr nur Aktien, sondern verstärkt auch Rentenfonds betroffen. So sind im ersten Halbjahr 50 Milliarden Dollar in Anleihenfonds geflossen, allein in den ersten drei Juliwochen zogen Anleger wieder 3,5 Milliarden Dollar ab.

Risiko der Anleihenfonds wird oft unterschätzt

Seit Ausbruch der Finanzkrise haben alleine US-Anleger etwa eine Billion Dollar in Rentenfonds investiert. Dass Renten- und Anleihenfonds nicht mehr die risikoarme Form der Geldanlage sind, für die sie lange Zeit galten, sei bei vielen Privatanlegern noch nicht angekommen, sagt die Strategin Kate Warne von Edward D. Jones & Co. in St. Louis gegenüber dem „Handelsblatt“. Bei langfristigen festverzinslichen Anlagen würden Anleger derzeit höhere Risiken eingehen, als ihnen bewusst sei.

Warum die Renditen von Rentenfonds fallen

Langfristig ausgelegte Anlagenfonds werfen dann hohe Renditen ab, wenn die Zinsen fallen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ waren in den vergangenen 20 Jahren bis zu sieben Prozent pro Jahr möglich. Doch nun, da sich die Zinsen bereits seit Jahren in einer Talsohle befinden, ist die Zeit der renditenstarken Anleihenfonds vorüber. Hinzu kommt, dass Anleger seit der Finanzkrise immer mehr in sichere Staatsanleihen investieren und somit deren Zinsen so drücken. So wirft Festgeld inzwischen teilweise wieder höhere Zinserträge ab als Rentenfonds.

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