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Selbstanzeige trotz schärferer Regeln verbreitet

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.03.2015

Nachdem die strafbefreiende Selbstanzeige Ende letzten Jahres regelrecht boomte, erwarteten Experten einen deutlichen Rückgang nach dem Inkrafttreten der verschärften Regeln für geständige Steuersünder. Tatsächlich sind die Zahlen insgesamt rückläufig, jedoch nicht in dem Maße wie erwartet. In einigen Ländern stieg die Zahl seit dem Jahreswechsel sogar.

Seit Jahresbeginn gelten strengere Regeln für die Selbstanzeige reuiger Steuersünder. Dennoch gehen bei den Behörden nach wie vor unerwartet viele Selbstanzeigen ein. Wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet, ist die Gesamtzahl der Selbstanzeigen seit Jahresbeginn zwar rückläufig, einige Bundesländer verzeichnen jedoch einen überraschenden Anstieg.

Mehr Selbstanzeigen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Die Gesetzesverschärfung hatte Ende des vergangenen Jahres zu einem regelrechten Boom der strafbefreienden Selbstanzeige geführt. Experten hatten damals prognostiziert, dass der Zustrom an Selbstanzeigen mit dem Jahreswechsel abreißen würde. Dennoch gingen sowohl in Nordrhein-Westfalen im Januar mehr als doppelt so viele Selbstanzeigen ein wie im Dezember – 932 an der Zahl. Damit hat ihre Anzahl in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres bereits 20 Prozent des Vorjahreswerts überschritten – 2014 nutzten insgesamt 7.551 nordrhein-westfälische Steuersünder die Möglichkeit der strafbefreienden Selbstanzeige.

In Niedersachsen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier zeigten sich in diesem Jahr bereits 1.121 Steuersünder selbst an – im gesamten Vorjahr waren es 3.797. Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider reagierte überrascht: „Nach der hohen Zahl an Selbstanzeigen zum Jahresende hatte ich mit erkennbar rückläufigen Zahlen gerechnet.“

Steuerhinterziehung nur noch bis 25.000 Euro straffrei

In Baden-Württemberg – 2014 mit 9.038 reuigen Steuersündern gesamtdeutscher Spitzenreiter – ist die Zahl der Selbstanzeigen hingegen stark rückläufig. Ein Großteil der 383 Selbstanzeigen, die dort in diesem Jahr bei den Finanzämtern eingingen, bewegte sich in einer Größenordnung, die von der Gesetzesverschärfung nicht betroffen sei, erklärte eine Sprecherin. Ein selbst angezeigter Steuerbetrug bleibt seit Jahresbeginn nur noch bis zu einer hinterzogenen Summe von 25.000 Euro straffrei.

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