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SEPA-Verfahren: Kontonummer ab Februar Geschichte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.12.2015

Die Tage der alten Kontonummer sind gezählt. Ende Januar endet die Übergangsphase und das SEPA-Verfahren wird für alle Bankkunden verpflichtend. Die Bundesbank fürchtet, dass die endgültige Umstellung für Probleme bei bestimmten Verbrauchergruppen sorgen könnte. Zudem würden einige Unternehmen Verbrauchern die Umstellung auf die IBAN unnötig erschweren.

Kontonummer und Bankleitzahl werden Anfang kommenden Jahres endgültig Geschichte sein. Ab dem 1. Februar 2016 dürfen Verbraucher Überweisungen nur noch nach dem europäischen SEPA-Verfahren (kurz für: Single Euro Payments Area) mit IBAN und BIC tätigen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, bereitet die anstehende endgültige Umstellung der Deutschen Bundesbank einige Sorgen.

10 Prozent der Überweisungen immer noch mit Kontonummer

Die Nutzung der 22-stelligen IBAN (kurz für: International Bank Account Number) ist zwar bereits seit August 2014 für Unternehmen und Vereine verpflichtend und auch die meisten Verbraucher haben sich mittlerweile an die lange Konto-ID gewöhnt. „Aber eine kleine Minderheit hält immer noch an der alten Kontonummer fest“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Banken müssten derzeit noch etwa ein Zehntel der eingereichten Überweisungen nachträglich auf die IBAN umstellen. „Diese Möglichkeit endet am 1. Februar. Ich bin besorgt, ob das bis dahin wirklich jeder weiß.“

Banken dürfen Kontonummer ab Februar nicht mehr konvertieren

Mit dem Ende der Übergangsfrist zum 31. Januar dürfen Banken Überweisungsträger, die noch nach dem alten Modell mit Kontonummer und Bankleitzahl ausgefüllt sind, nicht mehr aus Kulanz in das SEPA-Format konvertieren, um die Überweisung auszuführen. Sie müssen die nicht korrekt ausgefüllten Überweisungsträger zurückgeben. Bundesbank-Vorstand Thiele fürchtet, dass dies vor allem ältere Bankkunden vor Probleme stellen könnte. Aber auch für Verbraucher, die ihr Girokonto etwa wegen etwaiger Sicherheitsbedenken nicht online verwalten, wird es mit dem SEPA-Verfahren schwieriger. Denn die 22 Zeichen lange IBAN-Nummer ist naturgemäß anfälliger für Zahlendreher als die alten Kontonummern mit maximal zehn Stellen.

Unangenehme Konsequenzen für Bankkunden möglich

Sowohl mit Kontonummer und Bankleitzahl ausgefüllte Überweisungsträger als auch Zahlendreher in der  IBAN können unangenehme Konsequenzen für Bankkunden haben: Wenn dadurch Rechnungen nicht fristgerecht bezahlt werden, drohen Mahngebühren oder Verzugszinsen. Nutzer von Online-Banking sind hier im Vorteil: Sie können die langen Bankverbindungen von Unternehmen und Personen, an die sie häufiger Geld überweisen, als Vorlage speichern und mit einem Klick wieder aufrufen. Laut Thiele würde die Nutzung des SEPA-Verfahrens zusätzlich erschwert, weil vor allem kleinere Unternehmen die IBAN nicht in Viererblöcke unterteilt auf Ihren Rechnungen angeben würden, wie es beispielsweise auf EC-Karten gemacht wird. „Das würde das Verfahren ganz schön vereinfachen“, ist der Bundesbanker überzeugt.

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