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Sozialabgaben: Beitragssatz 2017 über 40 Prozent?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.07.2016

Um das Jahr 2006 gehörte es zu den erklärten Zielen der Bundesregierung, die damals bei 42 Prozent liegenden Sozialabgaben unter die 40-Prozent-Marke zu senken. Wenige Jahre später gelang dies erstmals, seit drei Jahren ist dies ausnahmslos der Fall. Doch schon im kommenden Jahr könnte der Beitragssatz wieder höher liegen.

Im Jahr 2017 werden die Sozialabgaben in Deutschland aller Voraussicht nach erstmals seit Längerem wieder höher als 40 Prozent liegen. 

Beitragssatz seit 2013 konstant unter 40 Prozent

Zuletzt hatte der Beitragssatz für die Sozialabgaben, also der Rentenversicherung, der gesetzlichen Krankenversicherung, der Pflegeversicherung und der Arbeitslosenversicherung, im Jahr 2006 bei 42 Prozent gelegen. Zu dieser Zeit war das erklärte Ziel der Bundesregierung, diese Abgaben für Beitragszahler unter die 40-Prozent-Grenze zu bewegen. Bereits im Jahr 2008 gelang dies zum ersten Mal, seit 2013 waren die Beiträge stets unter 40 Prozent geblieben – Grund war ein stabiler Arbeitsmarkt sowie eine positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Höhere Sozialabgaben durch höhere Beiträge in Kranken- und Pflegeversicherung

Zum aktuellen Zeitpunkt liegt der Beitragssatz bei den Sozialabgaben bei 39,8 Prozent des Einkommens und dürfte zum 1. Januar 2017 steigen. Erster Grund hierfür ist der zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozent erhöhte Beitragssatz zur Pflegeversicherung. Auch dürfte die gesetzliche Krankenversicherung in Zukunft einen höheren durchschnittlichen Zusatzbeitrag erforderlich machen – der Anstieg könnte laut Berechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ebenfalls 0,1 bis 0,2 Prozent betragen.

Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen variieren von Kasse zu Kasse. Durchschnittlich betragen sie heute 1,1 Prozent, einige Kassen verlangen jedoch von Versicherten deutlich mehr. Arbeitgeberverbände haben bereits beschlossene Leistungserweiterungen im Bereich der Sozialversicherung von rund 87 Milliarden Euro zwischen 2014 und 2019 berechnet. Im Jahr 2017 werden demnach die Mehrkosten für die Rentenversicherung 9,3 Milliarden Euro betragen, die für die Krankenversicherung 3,2 Milliarden Euro und jene für die Pflegeversicherung 7,2 Millionen Euro.

Kritik an dieser Entwicklung kommt von Arbeitgeberseite. Demnach fehlten von der Bundesregierung bisher Maßnahmen, anhand derer sich die Sozialbeiträge stabilisieren ließen, die sozialen Sicherungssysteme seien nicht auf den demografischen Wandel vorbereitet.

Quelle: FAZ

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