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Sparer können Negativzinsen nicht geltend machen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.03.2016

Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzministeriums dürfen Sparer Negativzinsen nicht steuerlich geltend machen, sollten sie diese bei einer Geldanlage zahlen müssen. Diese gelten für das Ministerium nicht als Zinsen, sondern als Einlagegebühr und werden demnach anderweitig abgegolten.

Wenn für Sparer durch Negativzinsen Verluste entstehen, können sie diese nicht steuermildernd geltend machen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, hat das Bundesfinanzministerium in Absprache mit den Bundesländern diese Entscheidung getroffen. Damit dürfen die Finanzämter es nicht anerkennen, wenn Sparer die Verluste aus ihrer Geldanlage in ihrer Steuererklärung ansetzen.

Negativzinsen gelten als Einlagegebühr

Nach der Ansicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seinem Ministerium handele es sich bei Negativzinsen nicht um Zinsen im eigentlichen Sinne, sondern um eine „Verwahr- und Einlagegebühr“. Denn nicht das Kreditinstitut zahlt die Zinsen, sondern der Kapitalgeber, also der Sparer. Durch diese Entscheidung können die Negativzinsen nicht als Verlust angegeben werden, sondern allenfalls als Werbungskosten. Diese sind aber bereits durch den Sparerpauschbetrag von 801 Euro pro Jahr abgegolten. Faktisch gibt es so keine steuerliche Entlastung, die Finanzämter den Anlegern erstatten können.

Sparer aktuell noch nicht betroffen

Aktuell sind Niedrigzinsen noch kein großes Thema für Sparer. Die Banken geben die Strafzinsen, die sie an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen müssen, zwar an ihre Kunden weiter, in der Regel sind davon derzeit jedoch nur Geschäftskunden betroffen. So muss zum Beispiel der Gesundheitsfonds für die kurzzeitig gelagerten hohen Summen Strafzinsen zahlen. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) mutmaßt, dass das Finanzministerium womöglich eine Ausdehnung der Negativzinsen befürchtet und dem mit seiner aktuellen Entscheidung vorgreift, um die Steuereinnahmen des Staates zu schützen.

Kritik an der Entscheidung des Finanzministeriums übt unter anderem der Deutsche Steuerberaterverband. Sein Präsident Harald Elster bezeichnet die Entscheidung des Ministeriums gegenüber der „FAZ“ als „in Zeiten des ausschließlich politisch motivierten Niedrigzinsniveaus das völlig falsche Signal“. Er fürchtet, dass die Anlegermotivation unter dieser Regelung erheblich leiden wird.

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