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Städte erwägen Fahrverbot für Dieselfahrzeuge

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.07.2016

Kommt bald ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Innenstädten? Noch bevor der Zeitpunkt der Einführung der blauen Umweltplakette genau feststeht, zeigt sich: Viele Großstädte sind einer entsprechenden Regelung aufgeschlossen, weil sich dadurch die Stickoxid-Emissionen, die teils weit über dem zulässigen Grenzwert liegen, verringern ließen. Doch es gibt auch Alternativen zum Verbot.

Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab, gibt es in mehreren deutschen Großstädten Überlegungen, ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge einzuführen.

Beschränkung der Dieselfahrzeuge ist umstritten

Demnach planen neben München und Stuttgart auch Bremen und Berlin unter Umständen ein solches Fahrverbot. Der Zeitpunkt der Einführung der entsprechenden blauen Umweltplakette ist allerdings noch offen. Auch fehlen bisher die allgemeinen Rahmenbedingungen sowie die gesetzliche Grundlage für die Verwendung der blauen Plakette. Sowohl die Automobilverbände als auch die CDU hatten die Pläne zur Einführung der Umweltplakette durch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kritisiert. Zudem warnten mehrere Stadtverwaltungen vor „sozialer Härte“ durch die Diesel-Plaketten. Sie fordern Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen für Anwohner, da ein Nachrüsten von Dieselfahrzeugen zur Verminderung des Schadstoffausstoßes in der Regel nicht möglich sei.

Hintergrund für die Planung der Umweltplakette ist der Umstand, dass der von der EU festgelegte Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter für Stickoxide in vielen deutschen Städten seit Längerem überschritten wird. Im Jahr 2015 wurde der Stickoxid-Grenzwert am Neckartor in Stuttgart mit durchschnittlich 87 Mikrogramm um mehr als das Doppelte überschritten, an der Landshuter Allee in München war der Wert mit 84 Mikrogramm ebenfalls deutlich zu hoch. Im Jahr 2015 wurde deshalb durch die EU-Kommission ein Verfahren gegen Deutschland eröffnet.

Stadtverwaltungen suchen Alternativen zum Fahrverbot

Die deutschen Großstädte haben jedoch unterschiedliche Strategien, um die Belastung zu verringern. Neben einem eventuellen Fahrverbot für Dieselfahrzeuge sind auch andere Möglichkeiten im Gespräch. So setzt beispielsweise die Berliner Stadtverwaltung verstärkt Linienbusse ein und konnte so nach eigenen Angaben die Emissionen in einzelnen Stadtgebieten um rund zehn Prozent senken. München dagegen plant die verstärkte Förderung von Elektroautos und -fahrrädern, zum Beispiel durch den Ausbau des Netzes von Ladestationen. In einer Umfrage hatten Verbraucher kürzlich angegeben, dass die durch Strom betriebenen Fahrzeuge unter anderem deshalb für sie uninteressant seien, weil es zu wenige Ladestationen für Elektroautos gebe.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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