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Stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.03.2016

Die gute wirtschaftliche Lage und ein einmaliger Sondereffekt haben für die größte Rentenerhöhung seit 1993 gesorgt. Auch der Rentenwert im Osten nähert sich damit dem Wert im Westen weiter an. Trotz der deutlichen Anpassung soll der Rentenbeitrag in den kommenden Jahren konstant bleiben, erklärte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Dies stößt nicht überall auf Begeisterung.

Die rund 20 Millionen Rentner in der Bundesrepublik können sich auf eine deutliche Rentenerhöhung freuen. Ab Juli werden sie spürbar höhere Rentenbezüge auf ihrem Girokonto vorfinden. Die gesetzliche Rente wird in den ostdeutschen Bundesländern um 5,95 Prozent angehoben, im Westen steigt sie um 4,24 Prozent, wie Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zum Wochenbeginn in Berlin verkündet hat. Dies markiert laut der „Welt“ die stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren.

Sondereffekt mitverantwortlich für Ausmaß der Rentenerhöhung

Mit der Erhöhung steigt der Rentenwert in den ostdeutschen Ländern von aktuell 92,6 Prozent auf 94,1 Prozent des Werts in Westdeutschland. Für die deutliche Rentenerhöhung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen orientiert sich die Höhe der gesetzlichen Rente an der Beschäftigungslage und den Einkommen der Arbeitnehmer. Beide Werte haben sich positiv entwickelt. Verstärkend kommt in diesem Jahr ein Sondereffekt hinzu. Im vergangenen Jahr wurde die Berechnungsgrundlage für die gesetzliche Rente angepasst. Infolgedessen fiel die Rentenanpassung 2015 mit 2,1 Prozent (West) beziehungsweise 2,5 Prozent (Ost) um etwa einen Prozentpunkt niedriger aus als nach der alten Methode. Dies soll durch die bevorstehende Rentenerhöhung ausgeglichen werden.

Nahles: Rentenbeitrag bleibt trotz deutlicher Rentenerhöhung stabil

Eine vermeintlich gute Nachricht hielt die Arbeitsministerin auch für die Beitragszahler bereit: „Die Erhöhung hat keine Auswirkung auf den Beitragssatz zur Rentenversicherung, dieser bleibt in den kommenden Jahren stabil bei 18,7 Prozent“, erklärte Nahles. Ob dies den Unmut der Arbeitnehmer tatsächlich abmildern kann, bleibt abzuwarten. Schließlich werden Arbeitnehmer seitens der Politik angehalten, private Altersvorsorge zu betreiben. Dieser Ansatz wird bei der Berechnung der Rentenanpassungen durch den sogenannten Faktor Altersvorsorgeaufwendungen, kurz AVA, berücksichtigt. Damit soll sichergestellt werden, dass der Rentenbeitrag in einem Rahmen bleibt, der es Arbeitnehmern ermöglicht, zusätzlich privat vorzusorgen.

Höherer Rentenbeitrag bei mehr Leistung als mögliche Alternative

Private Vorsorge statt höherem Rentenbeitrag – dieser Ansatz wird von einigen Seiten durchaus skeptisch gesehen. Erst vor wenigen Tagen hatte die IG Metall den Ausbau der privaten Altersvorsorge als falsches Signal gewertet und stattdessen Leistungsverbesserungen der gesetzlichen Rente gefordert. Eine Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft hatte gezeigt, dass insbesondere jüngere Arbeitnehmer bereit wären, einen höheren Rentenbeitrag zu leisten, wenn sie die gesetzliche Rente dafür im Alter ausreichend absichern würde. Da der sinkenden Zahl an Beitragszahlern in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Rentner gegenüberstehen, ist bereits jetzt klar, dass die gesetzliche Rente in ihrer derzeitigen Form in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können.

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