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Steigende Versicherungsbeiträge bei der PKV

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.02.2015

Die EZB-Politik der niedrigen Zinsen setzt zunehmend auch die Private Krankenversicherung unter Druck. Ende des Jahres könnten die Versicherungsbeiträge deutlich steigen. Allerdings sind die privaten Krankenversicherer bei Preiserhöhungen an gewisse Regeln gebunden. Diese sehen ein Zinstief als alleinigen Grund für Beitragserhöhungen nicht vor. Die PKV sucht jetzt nach Lösungswegen.

Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen planen die Privaten Krankenversicherungen (PKV) laut Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) eine umfangreiche Erhöhung der Versicherungsbeiträge. Ende des Jahres könnten die Kosten für Privatversicherte im zweistelligen Prozentbereich steigen. Um möglichen Diskussionen zuvorzukommen, versuchen die Versicherer aktuell, den gesetzlich vorgeschriebenen Anpassungsmechanismus für private Krankenversicherungsbeiträge ändern zu lassen.

Gesetzliche Regeln für private Versicherungsbeiträge

Die privaten Krankenversicherer dürfen ihre Versicherungsbeiträge nicht einfach nach Belieben erhöhen. Stattdessen sieht der gesetzlich geregelte Anpassungsmechanismus vor, dass eine Preiserhöhung nur dann erfolgen darf, wenn die Gesundheitskosten um fünf oder zehn Prozent steigen oder sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Versicherten um fünf Prozent verlängert. Diese – nach Auffassung von Vertretern der PKV sehr starre – Regelung stellt die Versicherer vor Probleme. Denn durch die anhaltend niedrigen Zinsen wird es für die Anbieter immer schwieriger, den erforderlichen Kapitalbedarf zu decken.

Besonders bei den Altersrückstellungen wird diese Problematik deutlich: Junge Versicherte zahlen gemessen an den Kosten, die sie verursachen, leicht erhöhte Versicherungsbeiträge. Die Überschüsse werden von den Versicherungen zum Aufbau einer Altersrückstellung eingesetzt, welche den Versicherten im Alter in Form von günstigeren Beiträgen zugutekommt. Die Rückstellungen werden zinsbringend investiert. Aufgrund der niedrigen Zinsen müssten die Versicherer derzeit eigentlich höhere Beiträge von jungen Menschen fordern, um die fehlenden Gewinne ausgleichen zu können.

Doch ein niedriges Zinsniveau ist laut der gesetzlichen Vorgaben kein Grund für eine Beitragserhöhung. Daher versuchten die privaten Krankenversicherer bereits Ende 2014 eine flexiblere gesetzliche Regelung zu erwirken, doch das Vorhaben scheiterte bisher. Die privaten Versicherer haben nun einen neuen Anlauf gestartet.

Niedrige Zinsen und steigende Gesundheitskosten

Nicht nur die privaten Versicherer, sondern auch die gesetzlichen Krankenkassen spüren finanziellen Druck. Bereits Anfang des Jahres kündigten diese an, den gerade erst eingeführten Zusatzbeitrag in den nächsten Jahren wahrscheinlich deutlich anheben zu müssen. Die Kassen begründeten ihre Preisgestaltung allerdings mit den steigenden Gesundheitskosten, nicht mit den Zinsen. Mit dem gleichen Argument könnten auch die privaten Versicherungen ihre Beiträge erhöhen und im Rahmen dessen auch die Zinsen die Beitragsberechnung einfließen lassen. Einige Versicherer sind bereits tätig geworden und haben ihre Versicherungsbeiträge um bis zu fünf Prozent nach oben angepasst. Die Flexibilisierung des Anpassungsmechanismus würde den Versicherern jedoch zukünftige Preiserhöhungen erleichtern.

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