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Steuererklärung 2015: Relevante Neuerungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.03.2016

Für die Steuererklärung 2015 eröffnen sich dank einiger Neuerungen die Chancen auf höhere Rückzahlungen. Damit lohnt sich der Aufwand noch mehr als im Vorjahr. Neben gestiegenen Entlastungsfreigrenzen für Alleinerziehende sind erstmals auch Schornsteinfegertätigkeiten und Arbeiten jenseits der eigenen Grundstücksgrenze absetzbar.

Der Frühling naht und mit ihm der Termin für die Abgabe der Steuererklärung in 2016. Nicht jeder kommt in dieser Hinsicht seiner staatsbürgerlichen Pflicht gern nach, aber der Aufwand kann sich lohnen. Im Schnitt sind es immerhin 873 Euro, die der Fiskus auf die Girokonten der Steuerzahler zurück überweist. So hat es das Statistische Bundesamt errechnet. Und dank zahlreicher Neuerungen könnte die Steuererstattung in diesem Jahr für viele Steuerpflichtige sogar höher ausfallen.

Sie können schon jetzt oder in Bälde mit ihrer Steuererklärung für das Steuerjahr 2015 loslegen. Die erforderlichen Unterlagen wie Lohnsteuerbescheinigung, Rechnungsbelege und Quittungen sowie Nachweise für Vermögens- und Kapitalerträge sollten bereits bei Ihnen eingegangen sein oder werden es demnächst tun. Das muss auch so sein, denn das Finanzamt möchte Ihre Steuerklärung bis zum 31. Mai auf dem Tisch haben. Nur wenn Sie einen Lohnsteuerverein oder einen Steuerberater mit Ihren fiskalischen Angelegenheiten betrauen, können Sie eine Terminverlängerung bis zur 31. Dezember erwirken.

Diese Neuerungen sind bei der Steuerklärung für 2015 zu beachten

Worauf sollten Sie bei der Steuererklärung 2015 achten? Kurz gesagt, auf das Gleiche wie im Vorjahr. Ein paar Neuerungen – meistens erhöhte Freibeträge – gibt es aber doch, wie die Wirtschaftswoche“ berichtet.

Eine der Neuerungen betrifft Alleinerziehende. Deren Entlastungsfreibetrag steigt 2015 für das erste Kind um 600 Euro auf 1.908 Euro an. Und für jeden weiteren Nachwuchs erhöht er sich jeweils auf 240 Euro. Angehoben hat der Staat auch den Grundfreibetrag für Unterhaltszahler und zwar auf bis zu 8.472 Euro. Auch bei den Vorsorgeaufwendungen gibt es Neuerungen: Als Einzelperson können Sie hier Sonderausgaben bis zum neuen Höchstbetrag von 22.172 Euro (2014: 20.000 Euro) geltend machen, für Ehepaare und gesetzliche Lebenspartner von 44.344 Euro. Der Staat erkennt 80 Prozent der Gesamtaufwendungen für die Altersvorsorge als steuermindernd an, maximal also 17.738 Euro. Dafür veranschlagen lassen sich Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke sowie Rürup- und Riester-Verträge.

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Schornsteinfegerarbeiten in der Steuerklärung 2015 erstmals absetzbar

Einiges getan hat sich zudem in Sachen Handwerkerlohn. In der Steuererklärung 2015 sind erstmals Schornsteinfegertätigkeiten und Arbeiten jenseits der eigenen Grundstücksgrenze absetzbar. Letzteres betrifft beispielsweise Winterräumdienste auf öffentlichem Grund wie Gehwegen, die Sie übernehmen müssen, oder den Hausanschluss an das Versorgungsnetz. Das klappt aber nur, wenn Sie die Rechnungen nachweislich per Überweisung beglichen haben. Dann gibt es ein Fünftel (maximal 1.200 Euro) der Kosten zurück. Dabei gilt allerdings folgende Einschränkung: Der Staat beteiligt sich nur am Arbeitslohn, Materialkosten können Sie nicht steuerlich geltend machen. Noch mehr Steuersparpotenzial versprechen haushaltsnahe Dienstleistungen, beispielsweise von Putzhilfen oder Pflegekräften. Dafür können Sie erstmals bis zu 20.000 Euro in die fiskalische Waagschale werfen. Damit lassen sich bei der Steuererklärung 2016 bis zu 4.000 Euro an Steuern sparen.

Sie haben sich beruflich neu orientiert und sind deswegen umgezogen? Dann können Sie seit März 2015 von einer weiteren Neuerung profitieren und eine um 15 Euro erhöhte Pauschale von 730 Euro geltend machen. Für Paare gilt der doppelte Betrag, also 1.460 Euro.

Noch ein Blick in die Zukunft: Bereits jetzt steht fest, dass der Grundfreibetrag für das Steuerjahr 2016 um 180 Euro auf 8.652 Euro, für Paare auf 16.944 Euro ansteigen wird. Weitere Neuerungen werden sicherlich folgen.

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