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Steuererleichterungen sollen Bauherren animieren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.01.2016

Der Wohnraum in Deutschland ist vielerorts sehr knapp, günstige Mietwohnungen fehlen oftmals in großer Zahl. Steuererleichterungen für Bauherren, die bei bestimmten Bauprojekten gelten, sollen in Zukunft mehr dieser Wohnungen entstehen lassen, um den großen Bedarf zu decken. Die Länder jedoch sehen diese Pläne der Bundesregierung kritisch.

Um das Problem des zu knappen Wohnraums in vielen Regionen Deutschlands zu beheben, plant die Bundesregierung laut Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) nun Steuererleichterungen, die Bauherren unter bestimmten Voraussetzungen für den Bau von Mietwohnungen erhalten sollen.

Steuererleichterungen für Bauherren gegen den Wohnungsmangel

Steuererleichterungen für Bauherren sollen helfen, den massiven Bedarf an Wohnungen in Deutschland zu decken: Laut Schätzungen der Bundesregierung, so die SZ, werden hierzulande jährlich rund 350.000 neue Wohnungen benötigt. Um das zu ermöglichen, sollen Bauherren, die Häuser für Wohnungen errichten lassen, mithilfe einer Sonderabschreibung für Aufwendungen ihre Steuern reduzieren können. Ein Anteil der Ausgaben könne für den Bau der Immobilie so in der Steuererklärung geltend gemacht werden: Im ersten und zweiten Jahr sollen sich jeweils zehn Prozent, im dritten Jahr neun Prozent der Ausgaben so steuerlich absetzen lassen.

Sonderabschreibungen nicht für alle neu gebauten Mietwohnungen

Die geplanten Steuererleichterungen für den Bau von Mietwohnungen sind allerdings an mehrere Bedingungen geknüpft: So gilt die Möglichkeit nur für Bauanträge, die nach dem 31. Dezember 2015, jedoch vor dem 1. Januar 2019 gestellt wurden. Der Bau muss außerdem spätestens 2018 begonnen haben.

Weiterhin muss bei den entstehenden Mietwohnungen die Mietpreisbremse eingehalten werden – und sie müssen an Orten mit einem angespannten Immobilienmarkt entstehen. Auch dürfen die Baukosten höchstens 2.000 Euro pro Quadratmeter betragen. Der Erwerb von Grundstücken soll nicht durch Steuererleichterungen gefördert werden, die Pläne gelten nur für die Herstellungs- oder Anschaffungskosten von Gebäuden.

Länder befürchten sinkende Steuereinnahmen

Die Länder sehen diese Pläne des Bundes jedoch kritisch – sie fürchten demnach die sinkenden Steuereinnahmen, die aus den Sonderabschreibungen resultieren würden. Nach Plänen der Bundesregierung sollen diese Steuerausfälle der Bund, die Länder und die Kommunen tragen. Die Länder Berlin und Rheinland-Pfalz schlugen deshalb vor, die Steuererleichterung nur bei Kosten bis zu 1.800 Euro pro Quadratmeter zu gewähren, um so den insgesamt zu erwartenden Steuerausfall zu reduzieren.

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