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Steuern sparen mit Indexfonds wird schwieriger

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.09.2014

Indexfonds werden bei Anlegern immer beliebter, weil sich durch ETFs nicht nur Kosten, sondern auch Steuern sparen lassen. Doch eine aktuelle Entwicklung bei den Anbietern von börsengehandelten Indexfonds führt dazu, dass die Steuervorteile dieser Anlageform mehr und mehr schwinden. Dabei handeln die Anbieter eigentlich im Interesse ihrer Kunden.

Allein im ersten Halbjahr 2014 investierten Anleger und Sparer rund 23 Milliarden Euro in börsengehandelte Indexfonds (ETF). Damit wurde bereits das Investitionsvolumen des gesamten Vorjahrs von 16,7 Milliarden Euro weit übertroffen. Um noch mehr Kunden von den Vorteilen der ETFs zu überzeugen, stellen große Fondsanbieter ihre synthetisch replizierten ETFs auf eine physische Replikation um. Dadurch wird allerdings verhindert, dass Anleger Steuern sparen können, berichtet „Capital“.

Indexfonds sollen transparenter werden

Weil einige Anbieter aufgrund der hohen Nachfrage nach physischen ETFs vermuten, dass die synthetische Form der Replikation für manche Anleger zu undurchsichtig ist, stellen sie immer häufiger auf physische Replikation um. Dabei kauft der Indexfonds genau die Aktien in genau der Verteilung, wie sie im Vergleichsindex enthalten sind.

Wird ein ETF dagegen synthetisch repliziert, entsprechen die Aktien im Fondsdepot nicht genau der Zusammenstellung des replizierten Indexes. Damit dem Kursverlauf des Indexes dennoch genau gefolgt werden kann, wird die Wertentwicklung durch ein Swapgeschäft abgesichert. Weicht der Indexfonds vom Index-Kurs ab, erhält der Swap-Partner entweder den Überschuss oder muss die Differenz begleichen. Der Anleger profitiert so in jedem Fall im Rahmen der Wertentwicklung des Indexes.

Die größere Nachfrage nach physischen ETFs könnte auf einem Missverständnis basieren. Auch synthetische ETFs seien keine komplizierten Finanzprodukte, sondern basieren auf einem einfachen Tauschgeschäft (Swap). Darüber hinaus können Anleger mit synthetischen ETFs Steuern sparen.

ETF-Anleger können Steuern sparen

Die Struktur eines synthetischen Indexfonds erlaubt es Anlegern, gewisse Steuern zu sparen, beziehungsweise zu stunden. So kann der Gewinn zusätzlich gesteigert werden, weil die geringeren Abzüge eine höhere Rendite ermöglichen. Im Speziellen geht es um Dividenden, welche neben Kursgewinnen für die Rendite bei Aktienanlagen sorgen.

Dividenden sind einmalige Ausschüttungen, die normal und umgehend versteuert werden müssen. Kursgewinne dagegen werden erst dann versteuert, wenn der Anleger seine Anteile am Indexfonds verkauft. Auf diese Weise können Anleger Steuern sparen und stunden. Wird ein ETF über Jahre gehalten, können Anleger eines synthetischen ETFs im Vergleich zu physischen Indexfonds umfangreicher profitieren. Interessierte ETF-Anleger sollten daher um synthetisch replizierte Indexfonds keinen Bogen machen

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