Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Stiftung Warentest: Gratiskonten werden selten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.09.2016

Vor einigen Jahren noch versuchten viele Banken der Konkurrenz die Kunden mit Gratiskonten abspenstig zu machen. In manchen Fällen gab es bei einer Kontoeröffnung sogar noch Geld obendrauf. Doch die anhaltenden Niedrigzinsen sorgen jetzt für ein Comeback der Kontoführungsgebühren, wie Stiftung Warentest feststellte.

Das Gratiskonto für private Bankkunden ist offenbar ein aussterbendes Modell. Erst kürzlich hatte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon prognostiziert, dass Bankkunden sich in den kommenden Jahren auf flächendeckende Kontoführungsgebühren in Deutschland einstellen müssten. Eine aktuelle Analyse von Stiftung Warentest zeigt, dass viele Banken bereits deutlich an der Gebührenschraube gedreht haben. Die Zahl der Banken, die noch Gratiskonten anbieten, ist seit dem letzten Test der Verbraucherorganisation vor zwei Jahren spürbar gesunken.

Noch 25 Gratiskonten ohne Bedingungen

Untersucht wurden 241 Kontomodelle von 104 Banken. Darunter konnten die Tester immerhin noch 25 bedingungslos kostenlose Girokonten ausfindig machen. Bei der Vorgänger-Untersuchung 2014 waren es noch 30 Gratiskonten „ohne Wenn und Aber“ – obwohl damals 13 Banken weniger getestet wurden.

 

Überregionale Anbieter mit Gratiskonten ohne Bedingungen

  • 1822direkt
  • Comdirect
  • Consorsbank
  • Edekabank
  • ING-Diba
  • Netbank
  • Norisbank
  • PSD Niederbayern-Oberpfalz
  • Santander Bank
  • Santander Consumer Bank
  • Wüstenrot Bank
  • Deutsche Skatbank
  • Bank für Kirche und Caritas
  • Evangelische Bank
  • Degussa

 

In erster Linie sind es Direktbanken, die noch bedingungslose Gratiskonten anbieten. Aber auch bei einigen regionalen PSD Banken sowie bei der genossenschaftlichen Sparda Hessen und der Südwestbank sind solche Konten nach wie vor erhältlich.

Weniger Gratiskonten mit Bedingungen

Auch die Zahl der Konten, für die unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise einem monatlichen Mindesteingang, keine Kontoführungsgebühren anfallen, ist gesunken. Vor zwei Jahren gab es noch 38 solcher Gratiskonten, aktuell sind es nur noch 33. Acht der getesteten Banken haben zudem bereits angekündigt, ihre Gebührenmodelle noch in diesem Jahr zu überarbeiten. Prominentes Beispiel ist die Postbank – ursprünglich einmal einer Vorreiter in Sachen Gratiskonten: Ab November entfallen erst ab einem monatlichen Geldeingang von mindestens 3.000 Euro die Kontoführungsgebühren. Bislang war das Girokonto bereits ab einem regelmäßigen Zahlungseingang von 1.000 Euro kostenlos.

Kontoführungsgebühren nicht der einzige Kostenfaktor

Das Augenmerk nur auf die Höhe der Kontoführungsgebühren zu richten, ist jedoch zu kurzsichtig. So fallen beispielsweise bei einigen Instituten, die ein Gratiskonto „ohne Wenn und Aber“ anbieten, zusätzliche Jahresgebühren für die Girocard an. Andere Anbieter mit Kontoführungsgebühren bieten hingegen sogar eine kostenlose Kreditkarte. Stiftung Warentest empfiehlt Verbrauchern, sich ab jährlichen Gesamtkosten von 60 Euro (inklusive anfallender Gebühren für Buchungen und Girocard) nach einer Alternative zum bestehenden Konto umzusehen. Für Bankkunden ist der Kontowechsel durch das jüngst in Kraft getretene Zahlungskontengesetz seit dem 18. September einfacher geworden.

Quelle: Stiftung Warentest

Aktuelle News

Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Mehr Baudarlehen von Lebensversicherern
Die Lebensversicherer in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Baudarlehen vergeben. . Die Zuwächse lagen bei ihnen deutlich über denen des Gesamtmarkts. Ein möglicher Grund ist, dass sich...
Immobilienkauf zur Altersvorsorge beliebt
Immobilienkauf zur Altersvorsorge beliebt
Nach Ansicht zahlreicher Bundesbürger lohnt sich ein Immobilienkauf vor allem dann, wenn man damit für das Alter vorsorgen möchte. Laut einer Umfrage halten viele ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung...
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Geringes Finanzwissen bei Jugendlichen
Um das Finanzwissen der Jugendlichen in Deutschland ist es laut einer Studie schlecht bestellt: Viele haben den Eindruck, in der Schule nicht ausreichend informiert zu werden, und haben Probleme beim Erklären...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen