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Strom: Preiserhöhung wegen steigender Netzentgelte

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.11.2015

Vor allem sogenannte Systemkosten sorgen für höhere Netzentgelte. Stromkunden müssen sich daher im kommenden Jahr erneut auf eine Preiserhöhung einstellen. Besonders heftig trifft es Industriekunden im Osten der Republik. Doch auch Privatkunden werden die Kosten der Energiewende zu spüren bekommen.

Für Stromkunden werden die Kosten der Energiewende erneut spürbar: Die steigenden Netzentgelte werden den Strompreis weiter in die Höhe treiben. Eine interne Analyse der Bundesnetzagentur, die der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) vorliegt, zeigt, dass die Reform der EEG-Umlage allmählich greift und die Verbraucher entlastet. Gleichzeitig würden die Netzentgelte allerdings rapide ansteigen.

Erhöhung der Netzentgelte im Osten besonders deutlich

Am stärksten sind demzufolge Industriekunden in Ostdeutschland von der Preiserhöhung betroffen. Laut Berechnungen der Bundesnetzagentur müssen sich Unternehmen, die an die Leitungen des Netzbetreibers 50Hertz angeschlossen sind, auf im Schnitt 20 Prozent höhere Stromkosten einstellen. Doch auch private Stromkunden werden die steigenden Netzentgelte treffen – nach Einschätzung der Bonner Behörde werden sie für 50Hertz-Kunden durchschnittlich um sechs Prozent steigen. Dies entspräche 7,27 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Einer Beispielrechnung der „Welt“ zufolge würde eine Familie in Dresden mit einem Verbrauch von 4.000 kWh ab 2016 284 Euro netto an Netzentgelten zahlen. Aktuell sind es 260 Euro.

Doch nicht nur der Osten der Republik ist betroffen. Wie die „Welt“ berichtet, müssten sich Stromkunden in Düsseldorf im kommenden Jahr auf eine überdurchschnittliche Preiserhöhung um 10,8 Prozent einstellen. Die Netzentgelte variieren von Region zu Region, dass sie steigen werden ist allerdings überall zu erwarten. „Die Stromkunden werden sich in den kommenden Jahren auf weiter steigende Netzentgelte einstellen müssen“, sagte ein Sprecher der Netzagentur der „FAZ“.

Hohe Kosten für Stabilisierung der Stromnetze

Die Gebühr wird von Netzbetreibern für den Betrieb der Stromnetze erhoben. Auch Systemkosten der Energiewende wie das Ausgleichen von Schwankungen bei der Einspeisung von Ökostrom, fachsprachlich Redispatch-Maßnahmen genannt, fließen in die Netzentgelte ein. Aufgrund des stockenden Netzausbaus sind diese Systemkosten ein erheblicher Kostenfaktor, 2014 verursachten erforderliche Eingriffe in das Stromnetz Kosten in Höhe von fast 200 Millionen Euro. Dieser Aufwand, das Stromnetz stabil zu halten, sei für die Netzbetreiber 50Hertz und Tennet besonders groß, erklärte der Sprecher der Bundesnetzagentur gegenüber der „FAZ“.

Netzentgelte außerhalb des Einflussbereichs von Stromkunden

Die Netzentgelte machen je nach Region inzwischen rund 20 bis 25 Prozent des Strompreises aus. Die Höhe der Netzentgelte wird genau wie die der EEG-Umlage staatlich reguliert. Verbraucher haben auf diesen Posten der Stromrechnung also keinerlei Einfluss. Eine Kostenersparnis ist meist allerdings über einen Stromanbieterwechsel möglich.

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