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Strommarkt-Spaltung: Höhere Strompreise im Süden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.10.2014

Horst Seehofers Ablehnung der geplanten Nord-Süd-Stromtrassen könnte die Spaltung des deutschen Strommarkts zufolge haben. Dies würde deutlich höhere Energiekosten für Stromkunden in Bayern und Baden-Württemberg nach sich ziehen. Seehofer will stattdessen auf Gaskraftwerke setzen.

Dem deutschen Strommarkt drohen starke regionale Preisunterschiede. Bis zu 10 Prozent höhere Strompreise als im Rest der Republik könnten Verbrauchern in Baden-Württemberg und Bayern drohen, berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe. Dies gehe aus einer Studie im Auftrag der EU-Kommission hervor, die dem Magazin vorliegt.

EU drängt auf Spaltung des deutschen Strommarkts

Es gilt als wahrscheinlich, dass die EU-Kommission Deutschland dazu drängen wird, den hiesigen Strommarkt in eine nördliche und eine südliche Preiszone aufzuspalten, falls die beiden geplanten Nord-Süd-Trassen nicht gebaut werden. Mit diesen beiden Hochspannungsleitungen soll Windenergie aus Norddeutschland in den Süden transportiert werden. Im Rahmen der Studie, die von norwegischen Strommarktexperten verfasst worden ist, werden die Auswirkungen einer möglichen Teilung des deutschen Elektrizitätsmarkts untersucht.

Höhere Energiekosten im Süden bislang auf alle Stromkunden umgelegt

Insbesondere in Bayern existieren heute schon Versorgungsengpässe, die Kosten im dreistelligen Millionenbereich verursachen. Bislang werden diese Kosten auf alle deutschen Stromkunden umgelegt – das hätte ein Ende, wenn die EU-Kommission eine Trennung durchsetzt. Im Rahmen der Energiewende wird sich die Unterversorgung im Süden noch verschärfen, da drei bayerische Atomkraftwerke bis 2022 abgeschaltet werden müssen. Horst Seehofer (CSU), bayerischer Ministerpräsident, sperrt sich dennoch weiterhin gegen den Bau neuer Stromtrassen. Damit liegt er auf einer Linie mit zahlreichen Regionalpolitikern und Bürgerinitiativen, die sich gegen die Stromautobahn in ihrer Region wehren. Seehofers Gegenvorschlag ist es, die Energieversorgung des Freistaats durch Gaskraftwerke zu sichern. Deren Wirtschaftlichkeit wird von Kritikern allerdings stark angezweifelt.

Ob Nord oder Süd, generell gilt für alle Stromkunden, dass ein regelmäßiger Stromanbietervergleich hilft, Einsparpotenziale aufzudecken.

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