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Stromnetz: Hitzewelle wird für Verbraucher teuer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.08.2015

Während sich Urlauber an den Küsten über die derzeitige Hitzewelle freuen, sorgt das gute Wetter bei Stromnetzbetreibern für Sorgenfalten. Dem Stromnetz droht durch die zuhauf produzierte Sonnenenergie im Norden eine Überlastung, während im Süden Kraftwerke hochgefahren werden müssen. Da Stromtrassen fehlen, müssen sich Verbraucher auf deutlich höhere Netzentgelte einstellen.

Die anhaltende Hitzewelle in Deutschland könnte die Stromkunden hierzulande rund eine halbe Milliarde Euro kosten. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, geht der Stromnetzbetreiber 50Hertz aufgrund der großen Mengen an Ökostrom, die derzeit von Solaranlagen in das Stromnetz eingespeist werden, von zusätzlichen Netzgebühren in dieser Größenordnung aus.

Stromnetz durch Einspeisung der Solarenergie überlastet

„Wir geben seit der Hitzewelle jeden Tag grob 2,5 Millionen Euro aus für grenzüberschreitende Eingriffe mit unseren Nachbarn, um das Netz stabil zu halten. Über den Daumen hat uns die Hitzewelle bisher schon 25 Millionen Euro gekostet“, erklärte Dirk Biermann, Geschäftsführer des Netzbetreibers 50Hertz der „FAZ“. Der Netzbetreiber versorgt rund 18 Millionen Haushalte im Norden und Osten der Bundesrepublik mit Strom. Die Eingriffe in das Stromnetz sind erforderlich, um Blackouts zu verhindern.

Problem sind fehlende Stromtrassen

Das grundlegende Problem ist allerdings nicht die Hitzewelle selbst. Es sind die fehlenden Stromtrassen, die die hohen Kosten verursachen. In Norddeutschland wurde während der Hitzewelle so viel Solarstrom produziert, dass konventionelle Kraftwerke ihre Produktion drastisch herunterfahren mussten und zudem ein Teil des Sonnenstroms in das benachbarte Ausland exportiert werden musste, um das Stromnetz stabil zu halten. Währenddessen mussten im Süden der Republik infolge steigender Ökostromexporte nach Südosten Kraftwerke hochgefahren werden. Das kostenintensive Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken wird über die Netzgebühr auf die Verbraucher umgelegt.

Überlastung des Stromnetzes kein temporäres Problem

Der Bau der Stromtrassen von Norddeutschland in den Süden ist nach langem Streit zwar inzwischen beschlossen, allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis sie einsatzfähig sein werden und Eingriffe der Netzbetreiber in das Stromnetz reduziert werden können. Derzeit hätten diese Netzeingriffe zeitweise an einem Tag ein Volumen, das der Leistung von vier Atomkraftwerken entspricht, sagte Biermann der „FAZ“. „Das wird ein sehr, sehr teures Jahr für Netzeingriffe gewesen sein“, prognostiziert der Experte. Er geht aufgrund der fehlenden Stromtrassen über das gesamte Jahr von Netzkosten in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro aus. Das Problem der Netzüberlastung beschränkt sich nämlich nicht auf die derzeitige Hitzewelle, sondern ist ganzjährig vorhanden. Im Herbst und Winter bringt die dann massiv produzierte Windenergie das Stromnetz an seine Belastungsgrenze.

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